Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet die Stadt
Lina KochDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet die Stadt
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
An diesem Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die mit einem Budget von 3,3 Millionen Euro ausgestattete Einrichtung soll die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof verbessern, indem sie Menschen mit Suchtproblemen unterstützt. Doch das Vorhaben stößt bei Anwohnern und Schulen auf heftigen Widerstand.
Das Zentrum orientiert sich am "Zürcher Modell", einer Strategie zur Bewältigung drogenbedingter Herausforderungen in städtischen Gebieten. Die Angebote werden schrittweise eingeführt – beginnend in diesem Sommer – und umfassen ein modulares System mit Beratungsgesprächen, medizinischer Grundversorgung und psychiatrischer Betreuung vor Ort.
Die Stadtverwaltung betont, das Projekt werde den Drogenkonsum auf der Straße verringern und das Viertel sicherer machen. Dennoch hat die "Bürgerinitiative Eisenstraße" bereits über 2.200 Unterschriften gegen das Zentrum gesammelt. Kritiker bemängeln vor allem die Lage in einem Wohngebiet und argumentieren, der geplante Konsumraum verstoße gegen geltendes Recht. Stattdessen fordern sie eine strengere Polizeipräsenz.
Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Vertreter aus der Sozialberatung und der Straßenarbeit anwesend sein. Sie werden Fragen der Anwohner beantworten und erläutern, wie der Betrieb des Zentrums organisiert werden soll.
Die Investition von 3,3 Millionen Euro markiert einen wichtigen Schritt in Düsseldorfs Umgang mit Suchthilfe. Falls genehmigt, soll die Einrichtung in den kommenden Monaten schrittweise ihren Betrieb aufnehmen. Ob das Projekt die lokale Sicherheit und die Drogenpolitik nachhaltig verbessert, hängt maßgeblich vom Feedback der Bevölkerung und rechtlichen Rahmenbedingungen ab.