Düren geht mit Projekt "MISSIMO" gegen Kindergeldbetrug vor

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein altes deutsches Banknoten mit schwarzem Hintergrund, das ein Männerporträt, den Text "Bauxit Trust Aktiengesellschaft" und einen Stempel auf der rechten Seite zeigt.Luisa Klein

Düren geht mit Projekt "MISSIMO" gegen Kindergeldbetrug vor

Behörden in Düren starten Initiative gegen Kindergeldbetrug

Die Stadt Düren hat ein neues Projekt namens "MISSIMO" ins Leben gerufen, um Betrug bei Kindergeldzahlungen gezielt zu bekämpfen. Dabei arbeiten lokale Behörden zusammen, um Familien zu überprüfen, die verdächtigt werden, Leistungen zu Unrecht zu beziehen. Erste Kontrollen förderten bereits Fälle zutage, in denen Kinder nicht an ihrer gemeldeten Adresse lebten.

Beteiligt sind das Familienkassenamt, die Polizei, das regionale Jobcenter und die Stadtverwaltung. Im Fokus stehen Haushalte, die möglicherweise keinen Anspruch mehr auf Kindergeld haben – etwa weil die Kinder länger als sechs Monate ins Ausland gezogen sind oder die Familie insgesamt weggezogen ist. Die Ermittler nutzen Schulbesuchsnachweise, ärztliche Untersuchungen und Meldebestätigungen, um Ungereimtheiten aufzudecken.

In der ersten Phase wurden 13 Verdachtsfälle mit 32 betroffenen Kindern identifiziert. Alle werden nun wegen Steuerhinterziehung ermittelt, da der betrügerische Bezug von Kindergeld in Deutschland eine Straftat darstellt. Die vorläufige RückforderungsSumme beläuft sich auf 16.000 Euro; zusätzlich wurden sechsstellige Beträge verhindert, die fälschlicherweise ausgezahlt worden wären.

Düren gehört zu den ersten Kommunen, die das Programm einführen. Die Behörden betonen, dass die Maßnahme Betrüger bestrafen, gleichzeitig aber ehrliche Steuerzahler entlasten soll, die das System finanzieren.

Das "MISSIMO"-Projekt hat bereits zu Rückforderungen und laufenden Ermittlungen geführt. Die Behörden überwachen weiterhin verdächtige Fälle; weitere Prüfungen sind geplant. Bisher handelt es sich um eine regionale Initiative – ob und in welchem Umfang andere Städte in Nordrhein-Westfalen folgen, ist noch nicht bekannt.