20 March 2026, 22:14

Dreister Rezeptbetrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln

Ein Mann in einem weißen Hemd und dunklen Hosen sitzt an einem Tisch mit gefalteten Händen und zeigt einen ernsten Ausdruck, mit dem Text "Die Turf-Betrügere" unten.

Dreister Rezeptbetrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln

In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil von Krankenkassen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, gemeinsam gefälschte Rezepte eingereicht zu haben, wodurch den Versicherern ein Schaden von rund drei Millionen Euro entstanden sein soll. Beide Angeklagten bestreiten die Vorwürfe, doch im Mittelpunkt des Verfahrens stehen eine Reihe auffälliger Abrechnungspraktiken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwischen Februar 2020 und Juli 2022 soll das Unternehmen der Krankenschwester den Kassen unnötige Medizinprodukte in Rechnung gestellt haben. Im Fokus stand dabei das SymbioInfekt TheraKit, ein Wundversorgungsset mit einem Preis von etwa 3.400 Euro pro Packung. Den Ermittlungen zufolge beschaffte sich die Beschuldigte 30 gefälschte Rezepte für das Produkt, was zu Gesamtforderungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro führte.

Die Anklage argumentiert, der Apotheker habe wissentlich diese Rezepte bearbeitet und dabei den Großhandelspreis abzüglich einer zehnprozentigen Spanne einbehalten. Beide Angeklagten hätten demnach mit gemeinsamer krimineller Absicht gehandelt. Der Apotheker hingegen sagte aus, er habe von dem Betrug nichts gewusst und sich auf Zusicherungen über geringere Kosten und andere Abrechnungsmethoden verlassen.

Bei einer Verurteilung müsste der Apotheker die vollen 3,6 Millionen Euro zurückzahlen. Bisher wurden 900.000 Euro erstattet, zudem wurden monatliche Raten von 10.000 Euro vereinbart. Vor Gericht wurde keine Beweise über die legitimen Rezeptumsätze der Apotheke in diesem Zeitraum vorgelegt.

Der Prozess geht weiter, während die Staatsanwaltschaft auf eine Verurteilung wegen 30-fachen gewerbsmäßigen Betrugs drängt. Ein Urteil würde klären, ob die Angeklagten die verbleibenden 2,7 Millionen Euro zurückerstatten müssen. Der Fall unterstreicht die finanziellen Risiken von Rezeptbetrug im Gesundheitssystem.

Quelle