Deutsche Bahn setzt auf Rekordausbau – doch die Sanierung dauert bis 2035
Johanna KrügerDeutsche Bahn setzt auf Rekordausbau – doch die Sanierung dauert bis 2035
Deutsche Bahn unter Druck: Nach Jahren der Verspätungen und maroder Infrastruktur
Deutschlands größter Bahnbetreiber, die Deutsche Bahn, steht nach jahrelangen Verspätungen und verfallender Infrastruktur massiv in der Kritik. Das Unternehmen verbuchte 2023 einen Verlust von zwei Milliarden Euro – verursacht durch explodierende Energiekosten und operative Probleme. Nun soll eine große Ausweitung des Angebots im Jahr 2024 Fahrgäste zurückgewinnen, während gleichzeitig langfristige Sanierungsarbeiten vorangetrieben werden.
Das Schienennetz leidet seit Langem unter strukturellen Problemen: Nur zwei Drittel der Fernzüge erreichen ihr Ziel pünktlich. Kritiker verweisen auf häufige Zugausfälle, überfüllte Verbindungen und Gleise in desolatem Zustand. Als Reaktion fordert der Aufsichtsrat Investitionen von bis zu 150 Milliarden Euro, um das System zu stabilisieren.
Trotz dieser Herausforderungen treibt die Deutsche Bahn die Ausweitung des Fahrplans im kommenden Jahr voran. ICE-Züge sollen auf 21 Hauptstrecken im Halbstundentakt verkehren – das Netz mit 30-Minuten-Taktungen wächst damit von 900 auf 2.300 Kilometer. Zudem werden zusätzliche Sprinter-Verbindungen – schnelle Züge mit weniger Halten – zwischen den großen Städten eingerichtet.
Die Änderungen umfassen rund 40 neue oder verlängerte tägliche Verbindungen, die auch die grenzüberschreitenden Anbindungen nach Belgien, Dänemark, Polen, Tschechien und in die Schweiz stärken. Allerdings werden die Sanierungsarbeiten an den Hauptstrecken voraussichtlich bis 2035 andauern, was für Fahrgäste in den kommenden Jahren weitere Einschränkungen bedeutet.
Ziel der Expansion ist es, den Fernverkehr attraktiver zu machen. Doch die vollständige Erholung des Netzes wird Zeit brauchen. Da die Reparaturen noch bis ins nächste Jahrzehnt reichen, müssen sich Reisende trotz des ausgebauten Angebots auf anhaltende Verspätungen einstellen. Der Erfolg des Plans hängt davon ab, ob die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und die Zuverlässigkeit steigt.






