Charli XCX bricht mit The Moment aus der Popstar-Fassade aus

Luisa Klein
Luisa Klein
2 Min.
Ein schlanker, glänzender schwarzer Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion Concept-Wagen mit Chromakzenten, niedrigem Profil und breiter stance, der auf einem Boden mit einer Gruppe von formell gekleideten Menschen im Hintergrund steht, die eine Atmosphäre der Spannung und Aufregung vermitteln.Luisa Klein

Charli XCX bricht mit The Moment aus der Popstar-Fassade aus

Charli XCX' Karriere nimmt eine überraschende Wendung mit The Moment – einem Mockumentary, das die Grenzen zwischen ihrer echten Persönlichkeit und dem konstruierten Popstar-Image verwischt. Der von Amazon Music unterstützte Film sollte eigentlich ihre "Brat"-Persona am Leben halten – doch stattdessen offenbart er eine selbstreflexivere Seite der Künstlerin.

Ursprünglich war das Projekt dazu gedacht, den Hype um ihr Sommeralbum Brat zu verlängern. Ihre Managerin Tammy setzte sich vehement dafür ein, die "Brat"-Marke zu bewahren, da sie diese als Schlüssel zu Charli XCX' anhaltendem Erfolg sah. Geplant war eine Tour-Dokumentation, um die Aufmerksamkeit weiter anzuheizen – finanziert von Amazon Music.

Doch The Moment entwickelte sich in eine andere Richtung. Während der Dreharbeiten entließ Charli XCX ihren kreativen Leiter, wodurch die Vision der Regisseurin mehr Raum gewann. Das Ergebnis war eine glatter produzierte, weniger provokante Version ihres üblichen Stils – inklusive fiktiver Elemente wie einem Bühnenoutfit im Tinkerbell-Look, das sie in Wirklichkeit nie trug. Der Film zeigt zudem überzogene Werbedeals mit H&M und einer angeschlagenen Bank, was ihm eine satirische Note verleiht.

Der Soundtrack, der am 30. Januar 2026 über A24 Music erschien, spiegelt die chaotische Energie des Films wider. Produziert von A.G. Cook bietet er 40 Minuten intensiver Tanzmusik – beschrieben als der düstere Bruder von Brat – mit Hyperpop-Beats, schweren Samples (darunter eine verzerrte Version ihres eigenen Hits I Love It) und einem Abschlussstück: Bitter Sweet Symphony von The Verve. Die Filmmusik unterstreicht die zentralen Themen und stellt die Frage, wie viel von Charli XCX' Image echt ist – und wie viel reine Inszenierung.

Neben The Moment sind derzeit zwei weitere Filme mit ihr im Kino zu sehen. Zudem komponiert sie den Soundtrack für eine düstere Neuverfilmung von Sturmhöhe und erweitert damit ihr künstlerisches Spektrum.

Das Mockumentary hinterlässt beim Publikum die Frage, wo Charli XCX aufhört und die Pop-Maschinerie beginnt. Während ihr Team die "Brat"-Identität bewahren wollte, zeigt der Film stattdessen ihr wachsendes Selbstbewusstsein – und die Belastung, eine künstlich erschaffene Persönlichkeit aufrechterhalten zu müssen. Mit neuen Projekten am Horizont wird sie die Diskussion um ihre Kunst zweifellos weiter anheizen.