Bundespolizei hilft über 200 Frauen an Bahnhöfen nach Gewaltvorfällen

Lina Koch
Lina Koch
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Zwei Frauen stehen nebeneinander vor einer blauen Tür mit Plakaten, eine in einem blauen Hemd, schwarzen Hosen und einer grünen Mütze, die andere hält ein Papier in der Hand.Lina Koch

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Bundespolizei hilft über 200 Frauen an Bahnhöfen nach Gewaltvorfällen

Bundespolizei unterstützt über 200 von Gewalt betroffene Frauen in neuen Beratungsstellen an Bahnhöfen

Die deutsche Bundespolizei hat an zwei neuen Unterstützungszentren in großen Bahnhöfen bereits über 200 Frauen geholfen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Die Pilot-Einrichtungen in den Bahnhöfen Köln Hauptbahnhof und Berlin Ostbahnhof bieten spezialisierte Hilfe für Betroffene an. Die Zentren werden ausschließlich von geschulten Polizistinnen betrieben und bieten akute Unterstützung sowie Beratung.

Im Jahr 2024 stiegen die Fälle von häuslicher Gewalt in Deutschland um 3,5 Prozent – insgesamt wurden 187.128 Frauen als Opfer registriert. Behörden führen den Anstieg entweder auf eine Zunahme der Vorfälle oder auf eine größere Bereitschaft der Betroffenen zurück, Hilfe zu suchen.

Die Beratungsstellen unterstützen die Frauen unter anderem bei der Vermittlung von Plätzen in Frauenhäusern oder organisieren die vorübergehende Wegweisung der Täter aus der gemeinsamen Wohnung. In einigen Fällen werden Opfer auch in Krankenhäuser gebracht, um medizinische Versorgung zu erhalten oder Beweismaterial bei sexualisierter Gewalt zu sichern.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die Notwendigkeit stärkerer politischer Maßnahmen gegen häusliche Gewalt anerkannt. Die Zukunft der Pilotprojekte bleibt jedoch ungewiss, da ihre Finanzierung nur bis September 2027 gesichert ist. Bisher wurden keine weiteren Bahnhöfe für ähnliche Einrichtungen öffentlich in Betracht gezogen.

Eine Entscheidung über eine mögliche Ausweitung des Programms auf andere Standorte steht noch aus.

Die Unterstützungszentren in Köln und Berlin arbeiten weiterhin – während die langfristige Finanzierung noch ungeklärt ist. Angesichts steigender Zahlen bei häuslicher Gewalt leistet die Initiative der Bundespolizei wichtige Hilfe für Betroffene. Ob das Programm ausgebaut wird, hängt jedoch von künftigen politischen und finanziellen Weichenstellungen ab.