Berlinale 2025: Machtkampf um Tricia Tuttles Zukunft als Festivalleiterin

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Eine große Menge Menschen spaziert auf einer Straße entlang, gesäumt von Zelten, Bäumen, Pfosten, Lichtern und einer Statue, mit Gebäuden im Hintergrund und einem bewölkten Himmel mit Ballons, während des Christopher Street Day in Berlin.Johanna Krüger

Maria Schrader zur Berlinale-Direktorin: "Sie ist die Richtige" - Berlinale 2025: Machtkampf um Tricia Tuttles Zukunft als Festivalleiterin

Die Berlinale 2025 steht weiterhin unter kritischer Beobachtung, da ihre Führung und Programmgestaltung Gegenstand politischer und öffentlicher Debatten bleiben. Bei einer jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats wurde über die Zukunft des Festivals 2025 beraten – dabei sprach sich die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader öffentlich für die Festivalleiterin Tricia Tuttle aus, während gleichzeitig Forderungen nach ihrem Rücktritt laut werden.

Die Kontroverse um Tuttles Führung hat sich im vergangenen Jahr zugespitzt. Im Oktober 2025 warf eine parlamentarische Anfrage der CDU/CSU ihrem Programm vor, politisch voreingenommen zu sein. Zwei Monate später verteidigte der Kulturausschuss des Berliner Senats jedoch ihre künstlerische Autonomie. Unterdessen unterzeichneten im Juli 2025 über 10.000 Filmschaffende eine Petition gegen von der AfD vorgeschlagene Kürzungen der Festivalförderung 2025. Bei der Berlinale 2026 im Februar eskalierten die Spannungen weiter, als pro-palästinensische Gruppen Tuttles Absetzung wegen der Filmauswahl forderten.

Auf der letzten Sitzung betonte Schrader die Notwendigkeit, die Meinungsfreiheit innerhalb der gesetzlichen Grenzen zu schützen. Sie rief Politiker auf, die Unabhängigkeit des Festivals und Tuttles Position zu verteidigen. Gleichzeitig unterstrich sie, wie wichtig es sei, unterschiedliche Perspektiven auf den Nahostkonflikt zuzulassen – dabei aber klar zwischen Antisemitismus und Kritik an Israels Militäroperationen zu unterscheiden.

Trotz der Turbulenzen hat Tuttle bestätigt, dass sie ihr Amt als Festivalleiterin weiterführen wird. Die Diskussionen fallen mit der Wiedereröffnung des historischen Kino International zusammen, das nach 18 Monaten Sanierung wieder seine Pforten öffnet.

Die Sitzung des Aufsichtsrats zeigt die Herausforderungen des Festivals 2025, künstlerische Freiheit und politische Erwartungen in Einklang zu bringen. Tuttles Position bleibt vorerst gesichert, wobei Schraders Unterstützung die Forderungen nach der Unabhängigkeit der Berlinale 2025 verstärkt. Die Wiedereröffnung des Kino International markiert einen symbolischen Neuanfang – mitten in der anhaltenden Debatte.