19 June 2026, 00:18

Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Antisemitismus-Vorwürfen

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Antisemitismus-Vorwürfen

Bayreuther Festspiele in der Kritik: Vorwürfe der Verharmlosung von Antisemitismus und abgesagte Veranstaltung mit Michel Friedman

Die Bayreuther Festspiele stehen erneut in der Kritik, diesmal wegen des Umgangs mit Antisemitismus und der Absage einer geplanten Veranstaltung mit dem prominenten Publizisten Michel Friedman. Dieser warf dem Festival vor, das Thema nicht ernsthaft anzugehen. Damit rücken auch die historischen und kulturellen Verstrickungen der Festspiele in den Antisemitismus wieder in den Fokus der öffentlichen Debatte.

Friedman äußerte öffentlich, die Festspielleitung habe sich nicht ausreichend mit dem Problem des Antisemitismus auseinandergesetzt. Ursprünglich hatte das Festival eine Zusammenarbeit mit ihm abgelehnt, was seine Kritik auslöste. Später begründete Festivalleiterin Katharina Wagner die Absage mit Sicherheitsbedenken.

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Gleichzeitig haben die Festspiele in ihren Produktionen durchaus Stellung gegen Antisemitismus bezogen. So setzte sich Katharina Wagner in ihrer Inszenierung der Meistersinger von Nürnberg direkt mit der Thematik auseinander. Bereits in der Vergangenheit gab es hochkarätige Veranstaltungen zu diesem Thema, etwa ein Gespräch mit Stephen Fry im Rahmen des Ring-Zyklus unter der Regie von Frank Castorf.

Über den Antisemitismus hinaus setzt sich das Festival mit seinen historischen Verbindungen zum Nationalsozialismus auseinander. Gedenkstele und Symposien gehören zu den Maßnahmen, mit denen diese Aufarbeitung vorangetrieben wird. Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko haben zudem maßgeblich die künstlerische Ausrichtung der Festspiele geprägt.

Dirigent Christian Thielemann präzisierte, dass Gespräche über eine mögliche Veranstaltung mit ihm bereits vor über einem Jahr geführt worden seien. Eine verbindliche Zusage habe er jedoch nie gegeben. Unterdessen geriet die Süddeutsche Zeitung wegen ihrer Berichterstattung in die Kritik – Gegner warfen der Redaktion vor, zunächst die eigene Geschichte im Umgang mit Antisemitismus aufzuarbeiten, bevor sie andere belehre.

Mittlerweile haben sich die Festspiele bei Friedman entschuldigt. Die geplante Veranstaltung mit ihm wird nun wie ursprünglich vorgesehen stattfinden.

Die Bayreuther Festspiele werden das Gespräch mit Michel Friedman nachholen. Die bisherigen und laufenden Bemühungen, Antisemitismus und die historischen Verstrickungen in den Nationalsozialismus aufzuarbeiten, bleiben weiterhin Teil des öffentlichen Diskurses. Die Entschuldigung an Friedman markiert einen Schritt zur Beilegung der jüngsten Kontroverse.

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