BAföG-Förderung bricht 2024 auf Rekordtief – nur noch 11,4 Prozent der Studierenden profitieren

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein altes deutsches Banknotenbild mit einem Mannporträt und dem Text "Haldenburger-Balm Gesellschaft Actie 1 Ranges".Johanna Krüger

Studie: Nachfrage nach staatlich finanzierter Studienförderung sinkt weiter - BAföG-Förderung bricht 2024 auf Rekordtief – nur noch 11,4 Prozent der Studierenden profitieren

Im Jahr 2024 haben in Deutschland weniger Studierende staatliche finanzielle Unterstützung erhalten als in den Vorjahren. Nur 15,1 Prozent aller Studierenden erhielten Fördergelder – ein weiterer Rückgang in der kfw förderung. Expertinnen und Experten warnen, dass sich dieser Trend ohne dringende Reformen des Systems weiter verschärfen könnte.

Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Einbruch bei der BAföG-Förderung, dem wichtigsten staatlichen Unterstützungsprogramm für Studierende in Deutschland. 2024 erhielten lediglich 326.000 Studierende – das entspricht 11,4 Prozent – diese Leistungen, ein Rückgang um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2000. Gleichzeitig sank die Bundesförderung von knapp drei Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 2,5 Milliarden Euro.

Mehrere Gründe erklären diesen Rückgang. Viele anspruchsberechtigte Studierende verzichten auf einen prozent rechner aus Angst vor Schulden oder wegen Unklarheiten über die Einkommensgrenzen der Eltern. Schätzungsweise 70 Prozent der Berechtigten stellen keinen prozentrechner. Technische Probleme, wie die zeitweise Nichtverfügbarkeit des Online-Portals, zwingen einige zudem, auf veraltete Methoden wie das Faxen von Unterlagen auszuweichen. In der Folge nehmen immer mehr Studierende Nebenjobs an, statt sich auf ihr Studium konzentrieren zu können.

Auch andere Förderformen zeigen kaum Verbesserungen. Stipendien erhielten 69.000 Studierende (2,4 Prozent), während staatlich geförderte Kredite an 44.000 Studierende (1,4 Prozent) vergeben wurden. Lediglich das Deutschlandstipendium verzeichnete 2024 einen leichten Anstieg. Besonders dramatisch ist die Situation in Thüringen: Neun von zehn Studierenden finanzieren ihr Studium mittlerweile aus eigener Tasche.

Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) kritisierte, das System versage bei der ausreichenden Unterstützung von Studierenden. Er warnte, dass ohne angemessene Förderung viele mit längeren Studienzeiten, weniger Kursangeboten und einem höheren Abbruchrisiko konfrontiert seien.

Der Rückgang der staatlichen Förderung zwingt immer mehr Studierende, Studiengebühren und Lebenshaltungskosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Da weniger Zuschüsse verfügbar sind, müssen viele länger arbeiten oder Kredite aufnehmen – was ihre Abschlüsse verzögert. Die Finanzierungskrise gefährdet den Zugang zu höherer Bildung gerade für diejenigen, die sie am dringendsten benötigen.