22 March 2026, 00:21

Atommüll-Transporte starten trotz ungelöster Endlager-Frage und Proteste

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, einem Lichtmast, Flaggen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Atommüll-Transporte starten trotz ungelöster Endlager-Frage und Proteste

Deutschlands jahrelanger Streit um die Lagerung von Atommüll nähert sich einer neuen Phase. Noch in dieser Woche sollen die ersten Transporte mit radioaktivem Material vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus aufbrechen – trotz anhaltender juristischer und politischer Auseinandersetzungen. Seit vier Jahrzehnten lagert der Müll im Forschungszentrum, ohne dass eine dauerhafte Lösung in Sicht wäre.

Jahre lang betrieb die Anlage ein Zwischenlager ohne gültige Genehmigung. Nun, nach Jahrzehnten der Verzögerungen, sollen 152 Castor-Behälter mit Atommüll in mehr als 50 Einzeltransporten verlagert werden – obwohl auch die Lagerlizenz in Ahaus bereits 2036 ausläuft.

Der Abfall stammt aus einem Versuchsreaktor des Forschungszentrums Jülich, der 1988 abgeschaltet wurde. Seither verbleibt das Material vor Ort und sorgt für einen langwierigen Konflikt. Das Zentrum selbst weigert sich, den Müll länger aufzubewahren, während die Stadt Ahaus und Atomkraftgegner vergeblich versucht haben, die Verlegung zu blockieren.

Die politischen und rechtlichen Streitigkeiten um die Abfälle ziehen sich bereits seit 2013 hin. Ein Endlagerstandort ist bis heute nicht gefunden, sodass Zwischenlösungen die einzige Option bleiben. Unterdessen flammt die deutsche Atomdebatte wieder auf: Politiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron setzen sich für eine mögliche Renaissance der Technologie ein.

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Einige sehen in kleinen modularen Reaktoren (SMR) einen Ausweg, doch deren Praxistauglichkeit ist noch nicht bewiesen. Weltweit sind derzeit nur vier im Bau – je zwei in China und Russland –, während über 120 Projekte, darunter auch SMR, in Planung sind. In Europa und den USA wurde noch kein einziger gebaut; die Technologie bleibt vorerst weitgehend theoretisch.

Die ersten Transporte starten noch in dieser Woche – ein vorübergehender Notbehelf statt einer endgültigen Lösung. Da die Lagergenehmigung für Ahaus 2036 ausläuft, drängt die Zeit für einen langfristigen Plan. Bis dahin verbleiben die Castoren im Zwischenlager, und Deutschlands Atommüll-Dilemma bleibt ungelöst.

Quelle