30 March 2026, 16:24

Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsstudie

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund, gesäumt von Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen und einigen Fußgängern.

Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsstudie

Forderungen nach Umbenennung von Straßen mit Bezug zu Lorenz Jaeger gewinnen in Nordrhein-Westfalen an Fahrt

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In Arnsberg haben sich lokale Parteien zusammengeschlossen, um die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim voranzutreiben. Der Vorstoß folgt auf eine aktuelle Missbrauchsstudie, die dem verstorbenen Erzbischof eine Mitverantwortung bei der Vertuschung von Fehlverhalten innerhalb der Kirche nachweist.

Lorenz Jaeger amtierte von 1941 bis 1973 als Erzbischof von Paderborn. Jahrzehnte später deckte eine im März veröffentlichte Untersuchung seine Rolle bei der Unterdrückung von Missbrauchsfällen auf. Die Erkenntnisse lösten Forderungen aus, öffentlich zugängliche Orte, die seinen Namen tragen, neu zu bewerten.

In Arnsberg treiben SPD und CDU die Initiative gemeinsam voran. Bei einer Bürgerversammlung am 20. April sollen Anwohner Vorschläge für einen neuen Straßennamen einbringen. Beide Parteien betonen, wie wichtig die Beteiligung der Bevölkerung bei der Namensfindung sei.

Die Debatte beschränkt sich nicht auf Arnsberg: Auch in Werl und Wenden prüfen die Kommunalverwaltungen, ob Straßen mit Bezug zu Jaeger umbenannt werden sollen. Offizielle Beratungen sind für Mai geplant. Bei einer Zustimmung müssten Anwohner mit bürokratischem Aufwand rechnen – etwa bei der Aktualisierung von Ausweisdokumenten oder Grundbucheinträgen.

Das Bistum Paderborn hat bereits reagiert: Das katholische Jugendzentrum in Olpe wurde 2023 umbenannt. Bisher sind jedoch keine weiteren Fälle bekannt, in denen Straßen oder Einrichtungen mit Jaegers Namen in der Region geändert wurden.

Die Umbenennungsvorschläge gehen auf eine Studie des Erzbistums Paderborn zurück, die Jaeger und seinem Nachfolger eine Beteiligung an der Vertuschung von Missbrauch vorwirft. Nun überprüfen die Kommunalbehörden in Arnsberg, Werl und Wenden, ob Straßen mit Bezug zum früheren Erzbischof umbenannt werden. Die Entscheidungen der kommenden Monate werden zeigen, ob weitere Änderungen folgen.

Quelle