Albaniens Zerreißprobe: Luxusresort im Naturschutzgebiet und iranische Exilgruppe MEK
Lina KochAlbaniens Zerreißprobe: Luxusresort im Naturschutzgebiet und iranische Exilgruppe MEK
Albanien steht im Mittelpunkt zweier unterschiedlicher, aber viel beachteter Kontroversen. Tausende Mitglieder der iranischen Exilgruppe Mujahedin-e Chalq (MEK) haben sich dort nach ihrer Abreise aus dem irakischen Camp Ashraf niedergelassen. Gleichzeitig gibt es Proteste gegen ein geplantes Luxusresort im ersten Wildfluss-Nationalpark Europas.
Das Vjosa-Narta-Delta, ein geschütztes Gebiet an Albaniens Adriaküste, beherbergt seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Mit dem Bau eines Milliardenprojekts begann eine mit der Familie Kushner verbundene Firma, nachdem Ministerpräsident Edi Rama ihr den Status eines „strategischen Investors“ verliehen und damit Umweltprüfungen umgangen hatte. Einheimische protestierten mit pinkfarbenen Flamingo-Ausschnitten – die Aktion zog internationale Medienaufmerksamkeit auf sich und legte geopolitische Spannungen zwischen dem Iran, Israel und den USA offen.
Gleichzeitig hat Albanien Tausende Mitglieder der MEK aufgenommen, einer iranischen Oppositionsgruppe. Rama unterstützt die Organisation öffentlich und nutzt sie, um Teheran zu kritisieren. Er wirft dem Iran vor, Proteste innerhalb Albaniens zu schüren. Das mehrheitlich muslimische, aber säkulare NATO-Mitglied bleibt EU-Beitrittskandidat, doch Sorgen über Korruption und eine schwache Rechtsstaatlichkeit könnten die Beitrittsverhandlungen verzögern.
Trotz Umweltbedenken schreitet das Resort-Projekt voran. Die Präsenz der MEK fügt Albaniens komplexer politischer Landschaft eine weitere Ebene hinzu. Beide Themen unterstreichen den Balanceakt des Landes zwischen innerer Politik und internationalen Bündnissen.






