17 March 2026, 12:17

Zuckerrübenanbau in Deutschland zwischen Krise und innovativen Lösungen

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Zuckerrübenanbau in Deutschland zwischen Krise und innovativen Lösungen

Deutscher Zuckerrübenanbau zwischen Herausforderungen und Chancen

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Die deutschen Zuckerrübenbauern stehen vor einer Mischung aus Problemen und neuen Möglichkeiten. Während sinkende Preise und Konkurrenz durch Importe die Gewinne schmälern, verändern moderne Pflanzenschutzmittel und die wachsende Nachfrage nach Bioethanol die Branche. Landwirte testen derzeit innovative Lösungen, um Erträge zu sichern und die Zukunft der heimischen Produktion zu stärken.

Die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland ist seit 2023 um etwa 12 Prozent gewachsen. 2026 wurden rund 42.500 Hektar bestellt – 38.000 Hektar waren es drei Jahre zuvor. Die größten Zuwächse verzeichneten Nordrhein-Westfalen (+15 Prozent), Niedersachsen (+10 Prozent) und Bayern (+8 Prozent). Treibende Kräfte hinter dieser Entwicklung sind höhere EU-Preisgarantien seit 2024, die steigende Nachfrage nach Bioethanol sowie neue, gegen die Rhizoctonia-Krankheit resistente Rübensorten.

Doch viele Betriebe, darunter auch die Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter, haben ihre Rübenflächen aufgrund des starken Preisdrucks verringert. Zollfreie Zuckerimporte im Rahmen des Mercosur-Handelsabkommens und steigende Produktionskosten belasten die Rentabilität zusätzlich. Sollten sich diese Trends fortsetzen, könnten die heimische Rübenproduktion und die regionale Zuckerversorgung zurückgehen.

Krankheiten und Schädlinge verschärfen die Probleme. Stolbur (SBR), Cercospora-Blattfleckenkrankheit und resistente Unkräuter wie Hühnerhirse bedrohen die Erträge. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar Entlastung, doch die Landwirte setzen auf voll zugelassene Lösungen. Seit 2026 sind etwa Badge WG, Coprantol Duo und Recudo zur Bekämpfung von Cercospora offiziell zugelassen.

Gegen hartnäckige Unkräuter hat Betriebsleiter Marius Feldmann das neue Herbizid Rinpode erprobt, das mit einer extrem niedrigen Aufwandmenge von nur 2 g/ha auskommt. Erste Ergebnisse zeigen, dass es den Zuckerertrag um bis zu eine Tonne pro Hektar steigern und die Gesamtproduktion um 3 bis 7 Prozent erhöhen könnte. Dank seiner Effizienz ist es zudem eine nachhaltigere Alternative zu älteren Herbiziden.

Der Einsatz moderner Pflanzenschutzmittel und leistungsfähigerer Rübensorten bringt den kämpfenden Landwirten etwas Entlastung. Höhere Erträge und bessere Resistenzen könnten helfen, die Produktion zu stabilisieren. Dennoch werden Marktentwicklungen und Handelspolitik die langfristigen Perspektiven der Branche maßgeblich prägen.

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