Willichs Stadtrat beschließt Haushalt 2026 – Eltern zahlen mehr für Kitas
Johanna KrügerWillichs Stadtrat beschließt Haushalt 2026 – Eltern zahlen mehr für Kitas
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in weniger als zwei Stunden verabschiedet – einstimmig und von allen Fraktionen getragen. Die Entscheidung fiel trotz anhaltender Bedenken wegen eines erwarteten Defizits von 25 Millionen Euro. Eltern zeigen sich jedoch verärgert über steigende Kita-Gebühren und die Weigerung des Rates, Geschwisterermäßigungen einzuführen.
Die Haushaltsdebatte verlief zügig, da sich alle Fraktionsvertreter auf fünfminütige Redebeiträge beschränkten. Dennoch gab es Spannungen bei der Frage der Kinderbetreuungsfinanzierung. Mit Mehrheit beschloss der Rat, die jährliche Anpassung der Kita-Gebühren von zwei auf drei Prozent zu erhöhen – und diese Erhöhung dauerhaft festzuschreiben.
Der Jugendhilfeausschuss hatte sich sowohl gegen diese Anpassung als auch gegen die Einführung ermäßigter Geschwistergebühren ausgesprochen. Doch der Rat hielt an seiner bisherigen Linie fest und enttäuschte damit die Hoffnung der Eltern auf Entlastung. Die SPD stimmte zwar dem Haushalt zu, betonte jedoch, wie wichtig der Schutz zentraler Leistungen – insbesondere für Familien – sei.
Um die finanzielle Belastung zu mildern, schlug die SPD Kürzungen bei nicht zwingend notwendigen Ausgaben und freiwilligen Leistungen vor. Die Grünen unterstützten den Haushalt ebenfalls, warnten aber, dass die finanziellen Herausforderungen der Stadt dringend angegangen werden müssten.
Der neue Haushalt tritt im Juli rechtlich in Kraft, die Kita-Gebühren werden dann steigen. Zwar konnte der Rat tiefgreifende Kürzungen bei Familienleistungen vermeiden, doch das 25-Millionen-Defizit bleibt ungelöst. Eltern müssen weiterhin höhere Kosten tragen, da an der Geschwistergebühren-Regelung nichts geändert wurde.






