01 May 2026, 08:20

Willich plant Kita-Gebührenreform: Eltern protestieren gegen höhere Kosten und gekürzte Geschwisterrabatte

Plakat mit Schwarz-Weiß-Bild einer Gruppe von Menschen und Text 'Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit', das gegen Kinderarbeit in den USA aufruft.

Willich plant Kita-Gebührenreform: Eltern protestieren gegen höhere Kosten und gekürzte Geschwisterrabatte

Willich erwägt Änderungen bei Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen höhere Kosten

Angesichts wachsender Haushaltsprobleme prüft Willich eine Reform der Kindertagesstätten-Gebühren. Eltern reagieren verärgert auf Pläne, die Geschwisterrabatte kürzen und die Beiträge erhöhen könnten. Die Stadtverwaltung betont jedoch, es gehe um eine Anpassung der Elternbeiträge, nicht um einen vollständigen Wegfall der Unterstützung.

Die Diskussion um die Finanzierung der Kinderbetreuung in Willich zieht sich bereits seit Jahren hin – ohne Lösung. Nun hat der Haupt- und Finanzausschuss die Verwaltung beauftragt, die Elterngebühren zu überprüfen und bis zum 28. April Änderungsvorschläge vorzulegen. Ziel ist es, durch die Reduzierung von Geschwisterermäßigungen 500.000 Euro einzusparen und weitere 100.000 Euro, indem Gebührenerhöhungen auf drei Prozent begrenzt werden.

Laut den neuen Plänen soll der Rabatt für das erste Geschwisterkind in der Kita auf 75 bis 80 Prozent sinken, bei der Nachmittagsbetreuung auf 60 bis 70 Prozent. Bürgermeister Christian Pakusch (parteilos) betonte, dass die Geschwisterermäßigungen nicht abgeschafft, sondern nur angepasst würden. Dennoch stoßen die Pläne auf scharfe Kritik – etwa von Marlene Mendes, einer Mutter aus Anrath, die sie als ungerecht bezeichnet.

Widerstand kommt auch vom Jugendamt-Elternbeirat (JAEB), der sowohl die Geschwistergebühren als auch die höheren Anpassungen ablehnt. Die SPD-Fraktion stellt sich ebenfalls auf die Seite der Familien und schlägt für den Haushalt 2026 alternative Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro vor. Ihre Argumentation: Eltern und Kinder dürften nicht die Last der kommunalen Finanznot tragen.

In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen wird bereits durchgehend ein Geschwisterrabatt von 50 Prozent auf alle Betreuungsangebote erhoben. Nun steht die Willicher Verwaltung vor der Herausforderung, den Spagat zwischen Haushaltskonsolidierung und wachsender Unzufriedenheit der Eltern zu meistern.

Bis zum 28. April muss die Stadt ihre Gebührenanpassungen finalisieren. Werden die Pläne beschlossen, treten sie 2026 in Kraft und betreffen Hunderten Familien. Die Entscheidung wird zeigen, ob Willich dem Beispiel benachbarter Kommunen folgt und die Geschwisterermäßigungen weiter kürzt – oder einen anderen Weg findet, um die finanzielle Belastung zu bewältigen.

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