Wie Fritz Langs Filme die Weimarer Republik politisch vorwegnahmen
Kostenloser Vortrag über Fritz Langs Filme und ihren politischen Einfluss
Am Donnerstag, dem 26. März, um 19 Uhr findet in der Volkshochschule Essen ein öffentlicher Vortrag über die Filme Fritz Langs und ihre politische Bedeutung statt. Der Historiker und Soziologe Torsten Reters untersucht darin, wie Langs Werke aus der Weimarer Republik die gesellschaftlichen Spannungen ihrer Zeit widerspiegelten.
Langs Filme der 1920er- und frühen 1930er-Jahre – darunter "Dr. Mabuse, der Spieler", "Metropolis" und "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" – wurden zu Ikonen der Filmgeschichte. Sie prägten das Genre des urbanen Thrillers, in dem Serienmörder, ausufernde Großstadtkulissen und Medienhysterie aufeinandertrafen. Kritiker wie Siegfried Kracauer deuteten diese Werke als unbewusste Ausdrucksformen einer Gesellschaft, die nach Ordnung und starker Führung verlangte.
Kracauer, der 1941 in die USA emigrierte, argumentierte, dass Langs Filme bereits Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 tiefe gesellschaftliche Ängste offenbarten. Für ihn waren Werke wie "Dr. Mabuse, der Spieler" und "Metropolis" kollektive Projektionen einer Kultur, die in den Autoritarismus abdriftete. Nach dem Krieg brachte Kracauer seinem Publikum bei, deutsche Stummfilme durch diese politische Brille zu lesen.
Der Vortrag ist Teil einer Reihe zum 50. Todestag Fritz Langs. Reters, ein erfahrener Erwachsenenbildner aus Dortmund, wird diskutieren, wie Langs Filme sowohl das Kino als auch das politische Denken prägten. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, den anhaltenden Einfluss der Weimarer Filmkultur auf Politik und Gesellschaft zu erkunden. Die Teilnehmer erfahren, wie Langs visionäre Werke historische Umbrüche vorwegnahmen und zugleich das Filmemachen nachhaltig veränderten.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.






