08 May 2026, 16:14

Wie das "Aachener Modell" die deutsche Energiewende vor 25 Jahren prägte

Luftaufnahme eines Solarparks mit Solarpanelen auf einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

Wie das "Aachener Modell" die deutsche Energiewende vor 25 Jahren prägte

Am 1. April feierte das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sein 25-jähriges Bestehen. Das Gesetz revolutionierte die Art und Weise, wie das Land Strom erzeugt – doch seine Wurzeln liegen in einer kleinen Stadt und einer Gruppe engagierter Aktivisten. Bevor es zur nationalen Politik wurde, erprobte man die Idee zunächst lokal in Aachen unter dem Namen „Aachener Modell“.

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Die Ursprünge des Konzepts reichen bis in die frühen 1990er-Jahre zurück, als der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) unter der Leitung von Geschäftsführer Wolf von Fabeck die Öffentlichkeit für Solarstrom gewinnen wollte. Ihr zentraler Vorschlag war simpel, aber wegweisend: eine feste, kostendeckende Vergütung für jede Kilowattstunde erneuerbarer Energie, die ins Stromnetz eingespeist wird.

Am 30. September 1992 beschloss der Aachener Stadtrat das „Aachener Modell“. Damit konnten Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils bis zu 1.000 Kilowatt nach dem neuen Tarifsystem ans Netz angeschlossen werden. Bis Juni 1995 unterzeichnete man den ersten Vertrag für diese Einspeisevergütungen.

Das Modell bewährte sich: Bis Ende 1999 förderte Aachen rund 125 kleine Solaranlagen auf Dächern mit einer Gesamtleistung von etwa 650 Kilowatt. Sein Einfluss reichte bald über die Stadtgrenzen hinaus. 2000 und 2004 flossen die Prinzipien des „Aachener Modells“ in das EEG ein – und prägten so die deutsche Energielandschaft nachhaltig.

Das 25-jährige Jubiläum des EEG markiert einen Meilenstein für die erneuerbaren Energien in Deutschland. Was als lokales Experiment in Aachen begann, wurde zum Fundament für einen landesweiten Wandel. Noch heute ist das Gesetz ein zentraler Baustein der Energiewende und des Umstiegs auf saubere Stromquellen.

Quelle