Vom Gefängnis zum Regierungsgebäude: Mainzer Haftanstalt wird neu geboren

Julian Lang
Julian Lang
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Ein gelbes Gebäude mit Geschäften im Erdgeschoss, eines davon hat ein weißes Schild mit der Aufschrift 'Metro'.Julian Lang

Vom Gefängnis zum Regierungsgebäude: Mainzer Haftanstalt wird neu geboren

Das Mainzer Gefängnis – vom Haftort zum Regierungsgebäude

Das Mainzer Gefängnis, einst eine zentrale Untersuchungshaftanstalt in der Altstadt der Stadt, schloss 2002 nach jahrzehntelangem Betrieb seine Pforten. Die Anlage, die in ihren letzten Jahren rund 300 Häftlinge beherbergte, durchlief später einen grundlegenden Wandel und wurde zu einem modernen Verwaltungszentrum umgebaut. Heute sind dort die Büros des Landtags Rheinland-Pfalz sowie seiner Präsidentin untergebracht.

Die Haftanstalt im Isenburg-Karree war ursprünglich im Dezember 2002 geschlossen worden. Die Insassen wurden in die neu errichtete Justizvollzugsanstalt Rohrbach bei Wöllstein verlegt. Zu den prominenten Häftlingen, die dort einst inhaftiert waren, zählten unter anderem der sogenannte "Wormser Hammer-Mörder" sowie ein ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF).

Bis 2009 war das ehemalige Gefängnis vollständig saniert und in einen schicken Verwaltungskomplex umgewandelt worden. Das Gebäude dient nun als offizieller Arbeitsort der Landtagspräsidentin von Rheinland-Pfalz sowie der Landtagsverwaltung. Auch der benachbarte Mainzer Bahnhofplatz hat im Laufe der Jahre erhebliche Veränderungen erlebt. In den frühen 1990er-Jahren prangte dort das Central Hotel Eden. Ein Foto aus dem Jahr 1991 zeigt eine Straßenbahn vor dem Hotel, die für Babyland warb – ein Babyfachgeschäft in Ingelheim, das später unter dem Namen BabyOne firmierte. Heute befinden sich an dieser Stelle das AC Hotel by Marriott und das Restaurant Adam und Eden.

Aus dem ehemaligen Mainzer Gefängnis ist ein funktionales Regierungsgebäude geworden – ein Symbol für den Wandel von einer Haftstätte zu einer modernen Nutzung. Gleichzeitig entwickelt sich das Umfeld des Bahnhofplatzes weiter und spiegelt die dynamische Stadtentwicklung wider. Beide Orte stehen exemplarisch dafür, wie Mainz seine historischen Räume für zeitgemäße Zwecke umgestaltet hat.