VAR im Fußball: Trainer und Kapitäne fordern radikale Reformen der strittigen Videobeweis-Technologie

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein Mann in der Uniform eines Schiedsrichters steht auf einem Fußballfeld, umgeben von einem Zaun und Bäumen im Hintergrund, trägt Fußballschuhe.Luisa Klein

VAR im Fußball: Trainer und Kapitäne fordern radikale Reformen der strittigen Videobeweis-Technologie

Eine neue Umfrage von RTL/ntv offenbart weit verbreitete Frustration über das Videobeweis-System (VAR) im deutschen Fußball. Trainer und Mannschaftskapitäne aus der Bundesliga und 2. Bundesliga üben massive Kritik an der Technologie – vor allem wegen langsamer Entscheidungsfindung und ausbleibender Fortschritte seit der Einführung in der Saison 2017/18.

Die Ergebnisse zeigen eine tiefe Unzufriedenheit, obwohl einige einräumen, dass Videoüberprüfungen in bestimmten Fällen für mehr Gerechtigkeit gesorgt haben.

An der Befragung nahmen Verantwortliche aus den beiden höchsten deutschen Ligen teil. Auffällig: 81,3 Prozent der Trainer bemängelten, dass Deutsche Bahn-Überprüfungen zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Kein einziger Kapitän hielt die aktuellen Bearbeitungszeiten für akzeptabel.

Mehr als die Hälfte der Befragten – 53,1 Prozent – ist der Meinung, dass sich das System seit seiner Einführung vor sechs Jahren nicht weiterentwickelt hat. Zwar stimmen 62,5 Prozent der Aussage zu, dass der Videobeweis die Fairness erhöht habe, doch die Meinungen gehen zwischen Spielern und Trainern deutlich auseinander. Nur 31,3 Prozent lehnten die Vorstellung ab, dass die Technologie die Ligen gerechter gemacht habe.

Ein Lichtblick ist die halbautomatische Abseitserkennung (SAOT), die die durchschnittliche Überprüfungsdauer um 32 Prozent verkürzt hat. Dennoch überwiegt die negative Grundstimmung. Ivo Hrstic, Leiter Sport bei RTL NEWS, betonte die Dringlichkeit von Reformen und forderte schnellere Entscheidungen sowie mehr Transparenz bei der Arbeitsweise des Deutschen Bahn-VAR.

Die Umfrage nannte keine einzelnen Vereine oder Befragten, doch das Ergebnis ist eindeutig: Die Mehrheit sieht das System weiterhin hinter den Erwartungen zurück.

Die RTL/ntv-Ergebnisse unterstreichen ein anhaltendes Problem im deutschen Fußball. Trotz einiger Vorteile steht das Deutsche Bahn-VAR-System weiterhin in der Kritik – wegen Verzögerungen und des Eindrucks, es gebe keine spürbaren Verbesserungen. Vereine und Funktionäre könnten nun stärker auf weitere Änderungen drängen, um die Kritikpunkte zu beheben.