Vandalismuswelle gegen Kirchen in NRW: 279 Angriffe in acht Jahren

Julian Lang
Julian Lang
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Eine weiße Kirche mit einer Steinmauer und Fenstern, umgeben von Gras und einem klaren blauen Himmel, trägt eine Gedenktafel für die Opfer des Holocaust auf ihrer Wand.Julian Lang

Anti-Christianische Gewalt: Meist deutsche Verdächtige - Vandalismuswelle gegen Kirchen in NRW: 279 Angriffe in acht Jahren

Ein neuer Bericht zeigt einen stetigen Anstieg von Angriffen auf christliche Stätten in Nordrhein-Westfalen. Zwischen 2017 und 2025 dokumentierten die Behörden 279 Vorfälle, bei denen Kirchen und religiöse Symbole Ziel von Attacken waren. Die katholische Kirche in Deutschland äußert nun Besorgnis über die zunehmende Vandalismuswelle, zu der Brandstiftungen, Schändungen und die Zerstörung sakraler Gegenstände zählen.

Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDK) und Landesbehörden bestätigten, dass sich 87 der 279 erfassten Straftaten direkt gegen Kirchengebäude richteten. Zu den Vandalenakten gehörten unter anderem Kot in Weihwasserbecken, enthauptete Heiligenstatuen und gezielte Brände. Die Zahl der Vorfälle schwankte jährlich – mit einem Tiefstand von 32 im Jahr 2017 und einem Höchstwert von 45 im Jahr 2025.

Von allen Fällen konnten die Ermittler 82 Tatverdächtige identifizieren. Davon besaßen 47 die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Motive für die Angriffe waren vielfältig: 41 Täter handelten aus religiös-ideologischen Gründen, 18 aus fremden Ideologien und 14 aus rechtsextremen Beweggründen. Linksextremismus lag in vier Fällen vor, fünf weitere hatten andere Hintergründe.

Trotz der hohen Zahl an Vorfällen kam es im Achtjahreszeitraum nur zu sechs Festnahmen. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiter, da der Trend keine Anzeichen einer Entspannung zeigt.

Der Bericht unterstreicht die anhaltende Bedrohung für christliche Gotteshäuser in der Region. Da fast ein Drittel der Straftaten Kirchenbesitz betraf, sehen sich lokale Diözesen und Strafverfolgungsbehörden weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die Daten deuten auf die Notwendigkeit verstärkter Sicherheitsvorkehrungen und weitergehender Ermittlungen zu den Beweggründen hinter diesen Angriffen hin.