Vadim Dantsiger über Regie, Theaterleidenschaft und künstlerische Herausforderungen
Johanna KrügerVadim Dantsiger über Regie, Theaterleidenschaft und künstlerische Herausforderungen
Vadim Dantsiger ist Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau. Mit jeder neuen Inszenierung sieht er sich aufs Neue in der Pflicht, sein regisseurisches Können unter Beweis zu stellen. Seine Leidenschaft für das Theater treibt ihn dazu, jährlich über 200 Stücke zu lesen – stets auf der Suche nach anspruchsvollen Werken.
In Wladiwostok hat Dantsiger bereits mehrere Stücke auf die Bühne gebracht, darunter Der Garderobier, Kabale und Liebe sowie Das Schweigen des Matrosen. Die Stadt und ihre Theaterszene liegen ihm besonders am Herzen. Dennoch stellt er einen Rückgang der schauspielerischen Standards in den heutigen Theatern fest.
Für ihn ist der kreative Prozess ein gewaltiges Unterfangen. Während ein Schauspieler eine Rolle wie einen Planeten erschafft, baut ein Regisseur aus diesen Rollen ganze Galaxien und Universen. Zudem schätzt er die Rückkehr der äsopischen Sprache im Theater als sinnvolles künstlerisches Mittel.
Den Satz „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ deutet Dantsiger als Hingabe an den Probenprozess. Wettbewerb zwischen Theatern hält er für unverzichtbar, um hohe Maßstäbe zu wahren.
Sein Ansatz bleibt ehrgeizig und reflektiert. Ob in Moskau oder darüber hinaus – Dantsiger lotet weiterhin Grenzen aus. Seine Perspektiven auf Schauspiel, Regie und die Kunstform selbst prägen seinen Beitrag zur Bühne.
