US-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid – doch die Kritik wächst

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein altes Aktienzertifikat der Standard Oil Company, das ein Gebäude und den Text 'Standard Oil Company' zeigt.Luisa Klein

US-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid – doch die Kritik wächst

Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid wird vom US-Energiekonzern Sunoco übernommen

Der größte bundesländer deutschland Tanklagerbetreiber Tanquid geht an den US-Energieriesen Sunoco. Das Bundeswirtschaftsministerium gab dem Deal unter strengen Auflagen grünes Licht – doch Kritiker warnen vor Risiken für die nationale Sicherheit und die Klimaziele.

Mit der Übernahme fällt Tanquid unter die Kontrolle von Sunoco, einer Tochter des US-Energiekonzerns Energy Transfer, einem der größten Energieunternehmen der usa. Sunoco-Chef Kelcy Warren steht wegen seiner Verbindungen zum früheren US-Präsidenten Donald Trump und seiner finanziellen Unterstützung für die "Make America Great Again"-Bewegung in der Kritik. Diese Verknüpfung wirft Fragen nach ausländischem Einfluss auf Deutschlands kritische Infrastruktur auf.

Das Wirtschaftsministerium genehmigte die Transaktion erst nach der Auferlegung zentraler Bedingungen: Tanquid muss seine Anteile an einem Pipeline-Unternehmen an den Bund veräußern. Offizielle Stellen betonen zwar, die Versorgungssicherheit bleibe unberührt, warnen jedoch, dass die Genehmigung im Extremfall zurückgenommen werden könne.

Kritik kommt von mehreren Seiten. Die Greenpeace-Expertin Nina Noelle sieht durch den Deal sowohl die Sicherheit als auch die Klimaziele gefährdet. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, nannte die Entscheidung einen Fehler und bezeichnete die Auflagen als unzureichend. Die Debatte zeigt, wie stark ausländische Übernahmen strategischer Assets inzwischen unter die Lupe genommen werden – besonders nach früheren Verkäufen wie etwa von Teilen des Hamburger Hafens an chinesische Investoren.

Als Reaktion auf solche Bedenken hat die Bundesregierung die Kontrolle über kritische Infrastrukturen verschärft. Zu den jüngsten Maßnahmen gehört der Erwerb eines 25,1-Prozent-Anteils an Tennet Deutschland für 7,6 Milliarden Euro, um Einfluss auf die Energienetze zu sichern. Zudem trat im Januar 2026 ein neues Gesetz in Kraft, das die EU-Richtlinie NIS2 umsetzt: Es sieht strengere Sicherheitsvorgaben, Risikobewertungen und Bußgelder für Betreiber in Schlüsselsektoren vor.

Die Tanquid-Übernahme geht zwar unter strenger Aufsicht voran, doch Zweifel an den langfristigen Folgen bleiben. Während die Regierungsauflagen die Risiken begrenzen sollen, zielen weitergehende Reformen darauf ab, ausländische Übernahmen zu verhindern, die Deutschlands bundesländer Energiesicherheit gefährden könnten. Der Deal spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz nationaler Infrastruktur wider.