19 April 2026, 02:17

Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke: Streit um rechtliche Grauzonen eskaliert

Eine Apothekerin in einem weißen Kittel hält eine Flasche, während sie mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke: Streit um rechtliche Grauzonen eskaliert

Ein Streit um die Aufstellung einer Telemedizin-Kabine in der Franziskus-Apotheke in Winterberg ist eskaliert. Nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung der Apotheke verbot die zuständige Apothekerkammer die Installation der Kabine. Der Inhaber Jürgen Schäfer hat nun offiziell Widerspruch eingelegt und argumentiert, die Entscheidung stehe im Widerspruch zu geltenden Vorschriften.

Schäfer, der die Franziskus-Apotheke führt, wollte eine Telemedizin-Station des Anbieters Medivise in seinen Räumlichkeiten aufstellen. Sein Ziel: die tägliche Arbeit erleichtern – etwa bei der Verwaltung von Wiederholrezepten oder der Kundenberatung. Doch die Apothekerkammer griff ein und begründete das Verbot damit, die Kabine verstoße gegen rechtliche Bestimmungen und könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen.

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Als Kompromiss schlug die Kammer vor, die Station außerhalb der Apotheke zu platzieren – ein Vorschlag, den Schäfer ablehnte. Er bestehe darauf, dass eine Innenaufstellung deutlich praktikabler sei. Unterdessen betonte Tobias Leipold, Mitgründer und Strategiechef (CSO) von Medivise, es gebe keine rechtlichen Hürden für die Installation.

Schäfer hat das Verbot nun unter Berufung auf § 129 Absatz 5h des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) angefochten. Dieser Paragraf erlaubt ausdrücklich telemedizinische Beratungen in Apotheken. Trotz des Widerspruchs bleibt die Entscheidung der Kammer vorerst in Kraft.

Noch in diesem Jahr plant Schäfer zudem, die Geschäftsführung der Apotheke an Jasmin Ennulath, die Partnerin seines Sohnes, zu übergeben. Der Zeitpunkt dieses Wechsels fällt mit dem laufenden Konflikt um die Telemedizin-Kabine zusammen.

Das Verbot der Apothekerkammer hat die Einführung der Station verzögert – ihre Zukunft bleibt ungewiss. Schäfers rechtliche Auseinandersetzung könnte Präzedenzfall für den Einsatz von Telemedizin in deutschen Apotheken werden. Bis auf Weiteres bleibt die Kabine gesperrt, und die Apotheke arbeitet ohne sie weiter.

Quelle