Südwestfalens Wälder am Abgrund: Kann ein neues Projekt sie noch retten?
Julian LangSüdwestfalens Wälder am Abgrund: Kann ein neues Projekt sie noch retten?
Wälder in Südwestfalen leiden unter schweren Schäden
In den vergangenen Jahren haben die Wälder Südwestfalens stark gelitten. Eine Kombination aus Klimawandel, Schädlingsbefall und schlechten Bodenverhältnissen hat große Flächen an den Rand des Kollapses gebracht. Nun soll ein neues Projekt Lösungen für die Wiederherstellung dieser lebenswichtigen Ökosysteme finden.
Die Probleme der Region begannen jedoch lange vor den jüngsten Wetterextremen. Seit dem 19. Jahrhundert weit verbreitete Fichten-Monokulturen haben die Wälder anfälliger für Stürme und Borkenkäferplagen gemacht. Diese Schädlinge – zusammen mit den klimatischen Veränderungen – haben zu flächendeckendem Baumsterben geführt.
Bodenuntersuchungen offenbaren ein weiteres Problem: extrem saure Böden. An manchen Stellen ist der pH-Wert auf unter 3 gesunken, wodurch Schwermetalle freigesetzt werden, die Pflanzen und Grundwasser vergiften. Gleichzeitig spülen Regenfälle wichtige Nährstoffe aus, sodass der Boden zu schwach ist, um neues Wachstum zu ermöglichen. Zu viele Rehe und Wildschweine verschärfen die Situation zusätzlich, indem sie junge Triebe abfressen, bevor diese heranwachsen können.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist nun das Projekt ReForm-regioWald gestartet – gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Initiative, Teil des REGULUS-Programms, vereint regionale Expert:innen, darunter Wald und Holz NRW, den Arbeitskreis Biologischer Umweltschutz Kreis Soest und die Biologische Station Hochsauerlandkreis. Ihr Ziel ist es, Aufforstungsstrategien zu entwickeln, die ökologische Gesundheit mit wirtschaftlichen Bedürfnissen in Einklang bringen.
Im Fokus stehen die Renaturierung geschädigter Wälder sowie die Bekämpfung von Bodendegradation und Wildtierdruck. Gelingen die neuen Ansätze, könnten sie den Wäldern Südwestfalens helfen, sich von Jahren des Niedergangs zu erholen. Die Projektpartner werden die Fortschritte genau überwachen, um eine langfristige Nachhaltigkeit – für Natur und lokale Gemeinschaften gleichermaßen – zu sichern.






