Stiftungen boomen: Warum sie nicht mehr nur für Superreiche attraktiv sind
Johanna KrügerStiftungen boomen: Warum sie nicht mehr nur für Superreiche attraktiv sind
Stiftungen in Deutschland sind längst keine Domäne der Superreichen mehr. Noch vor einigen Jahren galten sie als Instrument der finanziellen Elite – doch heute gewinnen sie zunehmend auch im oberen Mittelfeld an Beliebtheit. Immer mehr Privatpersonen und mittelständische Unternehmer nutzen Stiftungen, um ihr Vermögen zu strukturieren und langfristig abzusichern.
Stiftungen prägen die deutsche Gesellschaft seit über tausend Jahren. Heute erfüllen sie vor allem zwei zentrale Funktionen: Familienstiftungen und gemeinnützige Stiftungen. Familienstiftungen dienen der Erhaltung und Weitergabe von Vermögen über Generationen hinweg – mit steuerlichen Vorteilen und langfristiger finanzieller Sicherheit. Gemeinnützige Stiftungen hingegen verfolgen öffentliche Zwecke und genießen nicht nur erhebliche Steuererleichterungen, sondern auch hohes gesellschaftliches Ansehen.
Doch eine erfolgreiche Stiftung erfordert sorgfältige Planung. Drei grundlegende Voraussetzungen müssen erfüllt sein: ein Stiftungsvermögen von mindestens 150.000 Euro, jährliche Erträge aus der Stiftung in Höhe von mindestens 1.200 Euro sowie ein Stifter mit einem Nettoeinkommen von mindestens 50.000 Euro. Ein Beispiel: Um zwei Familienmitgliedern dauerhaft monatlich 700 Euro auszuzahlen, müsste die Stiftung über ein Vermögen von etwa 800.000 Euro verfügen – vorausgesetzt, die Rendite liegt bei fünf Prozent.
Experten betonen, dass eine Stiftung in eine umfassende Vermögens- und Nachfolgestrategie eingebettet sein muss. Sie sollte zu den langfristigen persönlichen und familiären Zielen passen. Fehlt ein klarer Plan, können finanzielle Hürden die Stabilität und die langfristigen Vorteile der Stiftung gefährden.
Der Trend zu Stiftungen spiegelt ein wachsendes Interesse an strukturierter Vermögensverwaltung wider. Mit der richtigen Strategie bieten sie steuerliche Vorteile, Vermögensschutz und die Möglichkeit, kommende Generationen oder gemeinnützige Zwecke zu unterstützen. Für viele werden sie damit zu einer praktischen Alternative zur klassischen Erbregelung.






