Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Julian Lang
Julian Lang
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St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.Julian Lang

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Der Evangelische Kirchekreis Solingen prüft die Zukunft seiner Gebäude angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und sinkender Mittel. Die Evangelische Kirche in Solingen überarbeitet ihre Immobilienstrategie, um sich an die demografischen und finanziellen Herausforderungen anzupassen. Eine Arbeitsgruppe hat vorgeschlagen, welche Kirchen und Gemeindezentren über das Jahr 2035 hinaus geöffnet bleiben sollen. Die Pläne werden auf einer außerordentlichen Synode im März 2026 beraten; die endgültigen Beschlüsse sollen bis Ende 2027 fallen.

Bei einer Informationsveranstaltung am 11. Februar 2026 in der Stadtkirche Mitte werden die Vorschläge für die langfristige Nutzung vorgestellt – darunter auch, welche Standorte von Schließungen oder Umnutzungen betroffen sein könnten.

Ein siebenköpfiges Team unter Leitung von Hartmut Hoferichter hatte monatelang die Liegenschaften des Kirchenkreises bewertet. Der Abschlussbericht unterteilt die Gebäude in drei Kategorien: solche, die erhalten bleiben, solche, die weiter geprüft werden müssen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte der Gruppe für ihr Engagement.

Fünf Standorte – die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – können mittelfristig nicht aufrechterhalten werden. In der Lutherkirche enden zwar bis 2030 die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste, doch große Veranstaltungen wie Weihnachtsgottesdienste und Konfirmationen sollen dort weiterhin stattfinden. Zudem wird das kulturelle Angebot ausgebaut, eine Entwidmung ist jedoch nicht geplant.

Sieben Einrichtungen bleiben über 2035 hinaus geöffnet: die Evangelische Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Kirche Gräfrath, das Gemeindezentrum Höhscheid, das Gemeindezentrum Wittenbergstraße sowie das Gemeindezentrum Schützenstraße/Ritterstraße. Die Zukunft der Stadtkirche Mitte wird aufgrund ihrer zentralen Lage, guter Erreichbarkeit und vielfältiger Nutzung noch diskutiert.

Bis Mitte der 2030er-Jahre muss der Kirchenkreis mit drastischen Kürzungen rechnen – die Mittel werden voraussichtlich um die Hälfte schrumpfen. Gleichzeitig gehen die Mitgliederzahlen und die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zurück. Zudem hat die Evangelische Kirche im Rheinland zugesagt, alle ihre Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten, was kostspielige Sanierungen erfordert.

Die Vorschläge markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Solinger Kirchenkreis, der sich an finanzielle und demografische Herausforderungen anpasst. Die endgültigen Entscheidungen 2027 werden zeigen, welche Gebäude geschlossen, welche erhalten bleiben und wie die verbleibenden Standorte betrieben werden. Ziel ist es, eine nachhaltige Zukunft zu sichern – unter Einbeziehung von Umweltstandards und gemeindlichen Bedürfnissen.