Solingen streitet über Gewerbeflächen: Ökologie vs. Wirtschaftswachstum in Buschfeld
Julian LangSolingen streitet über Gewerbeflächen: Ökologie vs. Wirtschaftswachstum in Buschfeld
Solingen steht vor wachsendem Gewerbeflächenmangel – Streit um Umwidmung von Buschfeld
In Solingen verschärft sich die Knappheit an Gewerbeflächen: Aktuell fehlen 32 Hektar. Nun hat Bürgermeisterstellvertreter Tim-Oliver Budde vorgeschlagen, ein potenzielles Gewerbegebiet in Buschfeld aus dem Flächennutzungsplan zu streichen, um dort stattdessen Grünflächen und Ackerland zu schaffen. Der Vorstoß stößt bei der Freien Demokratischen Partei (FDP) auf scharfe Kritik.
Die Umwidmung von Buschfeld würde das ohnehin knappe Angebot an Gewerbeflächen weiter verringern. Sollte der Plan umgesetzt werden, kämen 17 Hektar zum bestehenden Defizit hinzu – die Gesamtlücke würde damit auf 49 Hektar anwachsen. Bereits jetzt sieht die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt vor, ab 2030 keine weiteren versiegelten Flächen mehr auszuweisen.
Die FDP lehnt Buddes Alleingang entschieden ab. Die Partei argumentiert, dass der Wegfall von Gewerbeflächen ohne Ersatz Solingens Attraktivität für Unternehmen untergräbt und bestehende Arbeitsplätze gefährdet. Zudem wirft sie der Stadtverwaltung vor, sich zu stark auf Bundes- und Landesmittel zu stützen, statt eigene Einnahmequellen zu stärken.
Für die hochverschuldete Kommune sind Gewerbesteuereinnahmen eine zentrale Finanzquelle. Die FDP warnt, dass weitere Flächenverluste die Haushaltslage zusätzlich belasten und künftige Entwicklungschancen einschränken könnten.
Die Liberalen fordern von Budde eine Begründung und die Rücknahme des Beschlusses. Die Umwidmung gefährde Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzsicherheit in Solingen, so die FDP. Der Konflikt zeigt das Spannungsfeld zwischen ökologischen Zielen und dem dringenden Bedarf an Gewerbeflächen in der Stadt.






