Solingen startet flexibles Betreuungsmodell "UMI Flex" für Grundschulkinder ab 2026

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein aufgeschlagenes Buch mit einer Zeichnung von Kindern, die in einer Kita spielen, mit begleitendem Text und einer Tabelle mit verschiedenen Gegenständen.Johanna Krüger

Solingen startet flexibles Betreuungsmodell "UMI Flex" für Grundschulkinder ab 2026

Solingen reformiert sein Betreuungssystem für Grundschulen in der Mittagszeit – die Änderungen treten am 1. August 2026 in Kraft. Kern der Neuerung ist das flexible Modell "UMI Flex", das Familien mehr Wahlmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung bieten soll. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll die Reform die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern und zusätzliche Plätze für Kinder mit höherem Betreuungsbedarf schaffen.

Das neue System startet zunächst als Pilotprojekt an drei ausgewählten Schulen. Im Rahmen von "UMI Flex" können Eltern zwischen einer Standardbetreuung bis 14 Uhr oder einer Verlängerung bis 15 Uhr an zwei Nachmittagen pro Woche wählen. Alle bestehenden UMI-Programme werden zudem auf ein einheitliches Modell umgestellt, das Betreuung bis 14 Uhr sowie eine Ferienbetreuung umfasst.

Bürgermeister Daniel Flemm bezeichnete die Reform als notwendigen Schritt, um den Anforderungen des modernen Familienalltags gerecht zu werden. Durch die Umstrukturierung sollen rund 1.000 Kinder aus Ganztagsangeboten in UMI-Gruppen wechseln, um Kapazitäten in der Offenen Ganztagsschule (OGS) für Familien mit höherem Betreuungsbedarf freizumachen.

Die Änderungen berücksichtigen zudem landesweite Vorgaben zu Elternbeiträgen für außerschulische Betreuung außerhalb von Ganztagsangeboten. Eine überarbeitete Gebührenordnung tritt in Kraft, bei der sich die Kosten am Familieneinkommen orientieren und teilweise durch Elternbeiträge gedeckt werden. Nach der Pilotphase wird die Stadt entscheiden, ob "UMI Flex" auf weitere Schulen ausgeweitet wird – abhängig von den Haushaltsverhandlungen.

Die Verantwortlichen beschreiben den Wandel als Abkehr von starren Betreuungsstrukturen hin zu einem modularen Ansatz. Ziel ist es, Eltern mehr Flexibilität zu bieten und gleichzeitig mehr Kindern eine bedarfsgerechte Betreuung zu ermöglichen.

In der Pilotphase wird das neue Modell auf den Praxistest gestellt, bevor eine flächendeckende Einführung erfolgt. Bei Erfolg könnte "UMI Flex" auf weitere Grundschulen in Solingen ausgeweitet werden. Die Reform soll den Druck auf OGS-Plätze verringern und Familien maßgeschneiderte Betreuungslösungen bieten.