Solingen diskutiert hitzig über die Zukunft seiner bedrohten Kirchengebäude

Johanna Krüger
Johanna Krüger
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Foto von der lutherischen Kirche St. Joseph in Killam, Alberta, das ein Haus mit einem Dach, Fenstern, Türen und einem Kreuz auf dem Dach zeigt, umgeben von einem Zaun, Gras und anderen Häusern im Hintergrund, mit Text oben und unten auf dem Bild.Johanna Krüger

Solingen diskutiert hitzig über die Zukunft seiner bedrohten Kirchengebäude

Emotionale Bürgerversammlung in Solingen: Zukunft der evangelischen Kirchengebäude zurzeit auf dem Spiel

Am 11. Februar 2023 fand in der Solinger Stadthalle eine hitzige öffentliche Versammlung statt, um über die Zukunft der evangelischen Kirchengebäude der Stadt zu diskutieren. Rund 350 Menschen nahmen teil, darunter Vertreter aller zehn Gemeinden – die Sorge vor möglichen Schließungen wuchs zusehends.

Die Veranstaltung wurde von Hartmut Hoferichter, dem ehemaligen Leiter der Stadtentwicklung, moderiert. Die Stimmung war aufgeladen, viele Anwesende warnten eindringlich vor der Schließung ihrer örtlichen Kirchen. Richard Ritterbusch, Mitglied der Widdert-Gemeinde, äußerte Befürchtungen, es könnte zu Streitigkeiten zwischen den Gemeinden darüber kommen, welche Gebäude erhalten bleiben sollen.

Die Evangelische Kirche in Solingen verwaltet derzeit 13 aktive Kirchengebäude sowie neun Gemeindezentren und Pfarrhäuser. Doch die Mitglieder- und Personalzahlen werden voraussichtlich drastisch sinken – von derzeit 35.000 auf nur noch 16.500 im Jahr 2040. Dieser Rückgang zwingt die Kirche, ihre Immobilienbestände neu zu bewerten.

Besonders bedroht sind die kleineren Gemeinden Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg. Größere Gemeinden wie Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind dagegen vorerst nicht akut gefährdet. Eine endgültige Entscheidung über Schließungen soll bis Ende 2027 fallen, wobei bis 2035 die Hälfte aller kircheneigenen Immobilien veräußert werden soll.

Die Versammlung machte deutlich, wie tief die Sorgen um die Zukunft der Solinger Kirchengebäude sind. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und wachsendem finanziellen Druck muss die Synode nun entscheiden, welche Standorte erhalten bleiben. Der Prozess wird sich über die kommenden Jahre hinziehen – mit weitreichenden Veränderungen bis 2035.