Sexualstraftäter entkam aus Münsters forensischer Psychiatrie – und niemand wurde gewarnt
Sexualstraftäter entkam aus Münsters forensischer Psychiatrie – und niemand wurde gewarnt
Aus einer geschlossenen forensischen Psychiatrie in Münster-Amelsbüren entwich im September 2022 ein verurteilter Sexualstraftäter. Die Behörden hielten den Vorfall unter Verschluss – erst jetzt, fast sechs Monate später, wird die Öffentlichkeit über den Fall informiert. Der 33-jährige Flüchtige, ein iranischer Staatsbürger, ist weiterhin auf freiem Fuß und soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler im Ausland aufhalten.
Der Mann war seit Februar 2020 in der forensischen Abteilung der Klinik in Münster-Amelsbüren untergebracht. Vor seiner Flucht verbrachte er etwa fünf Jahre unter Aufsicht in der Einrichtung. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen einen Europäischen Haftbefehl erlassen, doch wegen seiner verminderten Schuldfähigkeit wurden nur wenige Details zum Fall bekannt gegeben.
Weder die Klinik noch die örtliche Polizei informierten die Bevölkerung damals über die Flucht. Diese Entscheidung stößt vor allem bei einer Bürgerinitiative auf Kritik. Diese verweist auf wiederholte Begegnungen zwischen Patienten und Schulkindern in der Nähe der Einrichtung und stellt die Sicherheit infrage.
Der Klinikträger, die Alexianer GmbH, äußert sich auf Anfrage nicht zum Vorfall. Warum die Warnung an die Öffentlichkeit so lange verzögert wurde, bleibt vonseiten der Behörden weiterhin ungeklärt.
Der entwichene Täter wird weiterhin mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht. Unbeantwortet bleibt die Frage, warum die Öffentlichkeit nicht früher informiert wurde. Unterdessen äußern Anwohner weiterhin Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen in der Klinik.
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