Schalke-Fans protestieren gegen Tönnies-Rückkehr – "Keine Ehre für Rassisten"

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein volles Stadion mit sitzenden und stehenden Zuschauern, Transparente, ein Tor und Deckenbeleuchtung, während die Menge gespannt auf den Beginn eines Fußballspiels wartet.Luisa Klein

Schalke-Fans protestieren gegen Tönnies-Rückkehr – "Keine Ehre für Rassisten"

FC Schalke 04-Fans protestieren gegen geplante Rückkehr von Clemens Tönnies

Am 7. Februar 2026 demonstrierten Anhänger des FC Schalke 04 gegen die angedachte Rückkehr des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Der langjährige Funktionär war 2020 nach Rassismusvorwürfen und finanziellen Kontroversen von seinem Posten zurückgetreten. Mit Transparenten und Sprechchören vor der Veltins-Arena machten die Fans ihren Widerstand deutlich.

Tönnies hatte sein Amt als Aufsichtsratschef im Sommer 2020 nach einer Reihe von Skandalen aufgegeben. Dazu zählten Vorwürfe wegen rassistischer Äußerungen, finanzieller Verfehlungen und sogar die Ausrichtung von Partys, die gegen die damaligen Corona-Regeln verstießen. Seine 26-jährige Amtszeit hatte die Fanschaft bereits gespalten – viele sahen in ihm eine polarisierende Figur.

Die aktuellen Proteste entzündeten sich an Berichten, wonach Tönnies möglicherweise in die Ehrenpräsidentschaft des Vereins zurückkehren könnte. Die Anhänger hielten Schilder mit Aufschriften wie "Keine Ehre für Rassisten" und "Tönnies: Raus aus Schalke, raus aus unserem Leben" hoch. Die Kundgebungen spiegelten anhaltende Wut über sein früheres Wirken und die sportliche Talfahrt des Clubs seit seinem Abgang wider – darunter auch der Abstieg.

Kritik an den Demonstrationen kam von einer Gruppe ehemaliger Trainer, Vorstandsmitglieder und Sponsoren. Sie warnten vor möglichen rechtlichen Schritten und argumentierten, die Proteste richteten Schaden an. Die aktuelle Vereinsführung hingegen rief zu Besonnenheit auf und plädierte für respektvolle Gespräche, um voranzukommen.

Anfang 2026 blieb Tönnies' Ruf im deutschen Fußball weiterhin beschädigt. Trotz seiner langen Verbindung zu Schalke verbanden viele ihn weiterhin mit dem Niedergang des Vereins. Der Club selbst betont wiederholt sein Bekenntnis zu Vielfalt und der Ablehnung jeglicher Diskriminierung.

Die Proteste zeigten, wie tief die Gräben in der Bewertung von Tönnies' Erbe bei Schalke sind. Eine mögliche Rückkehr bleibt ungewiss, während sowohl Fans als auch Verantwortliche klare Positionen beziehen. Der Verein steht nun vor der Herausforderung, seine Geschichte mit den selbst gesetzten Werten von Offenheit und Verantwortung in Einklang zu bringen.