Schäffers umstrittene Kita-Reform: Kernzeiten sollen Personalmangel lindern

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein Plakat mit dem Text "Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?" mit Bildern.Luisa Klein

Schäffers umstrittene Kita-Reform: Kernzeiten sollen Personalmangel lindern

Verena Schäffer unterstützt umstrittene Pläne für Kernbetreuungszeiten in Kitas

Verena Schäffer, die neu ernannte Kinderministerin von Nordrhein-Westfalen, befürwortet umstrittene Pläne zur Einführung von Kernöffnungszeiten in Kindertageseinrichtungen. Das Vorhaben soll Personalengpässe abmildern und gleichzeitig sicherstellen, dass die Einrichtungen für Familien mit Betreuungsbedarf geöffnet bleiben.

Das geplante Kinderbildungsgesetz sieht ein "Kern-und-Randzeiten-Modell" vor: Fünf Stunden täglich würden qualifizierte Erzieher:innen die Betreuung in der "Kernzeit" übernehmen. Die verbleibenden "Randzeiten" würden von ergänzendem Personal mit zweijähriger – statt der üblichen dreijährigen – Ausbildung abgedeckt.

Schäffer kritisiert, das aktuelle System biete keine verlässlichen Strukturen und hinterlasse Eltern in Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Plätzen. Sie verweist auf ähnliche Modelle in Bayern und Baden-Württemberg, wo Kernzeiten zwar die Planung für Familien erleichtert hätten, aber auch mit höheren Kosten und anhaltendem Fachkräftemangel kämpften.

Internationale Beispiele zeigen gemischte Ergebnisse: Die Niederlande führten 2018 feste Öffnungszeiten ein, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbesserte, jedoch mit Finanzierungs- und Rekrutierungsproblemen einherging. Schwedens flexibles, aber kernzeitenbasiertes System erzielte ähnliche Effekte – doch auch hier bleibt der Personalmangel eine Hürde.

Die Ministerin räumt den Fachkräftemangel ein, betont aber, die Reform biete eine pragmatische Lösung. Ohne Änderungen drohten Kitas ihre Öffnungszeiten komplett kürzen zu müssen, statt Personalressourcen anzupassen.

Das geplante Modell würde den Betrieb von Kitas in Nordrhein-Westfalen grundlegend verändern. Sollte es umgesetzt werden, könnte es die Kinderbetreuung trotz anhaltender Personalprobleme stabilisieren. Eltern und Träger warten nun auf konkrete Details zur Umsetzung der Neuerungen.