31 May 2026, 22:16

Ruhrgebiet setzt auf Erdwärme: Tiefenbohrung soll nachhaltige Wärmeversorgung ermöglichen

Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Ruhrgebiet setzt auf Erdwärme: Tiefenbohrung soll nachhaltige Wärmeversorgung ermöglichen

Ein neues Forschungsprojekt soll das unterirdische Potenzial des Ruhrgebiets für die Nutzung von Erdwärme erschließen. Die Initiative „VESTA CONTRAST“ kartiert einen fünf Kilometer langen Abschnitt unter Bochum und Witten in Tiefen von bis zu 2.000 Metern. Ziel ist es, thermische Reservoire zu identifizieren, die nachhaltige Heiz- und Speicherlösungen ermöglichen könnten.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen die natürlichen Sandsteinschichten der Region, die vor etwa 300 Millionen Jahren im Karbon entstanden sind. Diese tiefen geologischen Strukturen könnten eine Schlüsselrolle bei der großflächigen Wärmeversorgung spielen – ähnlich wie Systeme, die seit Jahrzehnten in München und Paris erfolgreich im Einsatz sind.

Bisherige oberflächennahen Geothermieanlagen versorgen vor allem Einfamilienhäuser, indem sie die flachen Erdschichten nutzen. Um jedoch ganze Städte nachhaltig mit Wärme zu versorgen, sind tiefere Erkundungen notwendig. Das „VESTA CONTRAST“-Team erstellt ein detailliertes geologisches Modell des südlichen Bochumer Raums, das essenzielle Daten für ein zukünftiges Wärmespeicherprojekt liefern soll.

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Bis Februar 2025 ist eine geophysikalische Untersuchung mit seismischen Reflexionsmethoden geplant. Die Kampagne erstreckt sich über eine fünf Kilometer lange Strecke und wird mit rund 330.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob der Untergrund der Region für eine breitere Nutzung von Erdwärme geeignet ist.

Bei Erfolg könnte das Projekt den Weg für eine großangelegte geothermische Wärmeversorgung im Ruhrgebiet ebnen. Die gesammelten Daten werden künftige Entscheidungen zu unterirdischer Wärmespeicherung und Energiegewinnung steuern. Zudem könnten die Erkenntnisse ähnliche Vorhaben in anderen deutschen Ballungsräumen beeinflussen.

Quelle