Rosenmontagszug in Köln feiert 200.000 Ehrenamtliche – Düsseldorf provoziert mit Putin-Satire

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein geschmückter Karnevalswagen mit Statuen und Blumen, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Pfählen und Drähten, mit dem Himmel oben.Johanna Krüger

Höhepunkt des Straßenkarnevals: Kölns Rosenmontagszug hat begonnen - Rosenmontagszug in Köln feiert 200.000 Ehrenamtliche – Düsseldorf provoziert mit Putin-Satire

Die deutsche Karnevalssaison ist in vollem Gange: In Köln startete heute um 10:00 Uhr der Rosenmontagszug unter dem Motto "ALAAF – Mer dun et för Kölle", mit dem die Stadt ihre 200.000 ehrenamtlichen Helfer feiert. Parallel dazu sorgt der Düsseldorfer Umzug mit provokanten Wagen, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Schippe nehmen, für Debatten über Meinungsfreiheit und politische Satire.

Der Kölner Zug begann am Severinstor im Süden der Stadt, wo sich bereits zahlreiche Schaulustige an den Straßenrändern versammelt hatten. Die rund vierstündige Parade soll gegen 13:30 Uhr ihr Ziel erreichen. Die Veranstalter planen, etwa 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 kleine Blumensträuße an die Jecken zu verteilen.

In Düsseldorf werden die von Jacques Tilly gestalteten Motivwagen Putin mit mehreren brisanten Darstellungen auf die Probe stellen. Ein Wagen zeigt den Kremlchef an der Steuerung einer "AfD-Drohne" – ein Verweis auf den wachsenden Einfluss der rechtspopulistischen Partei. Ein weiterer stellt Putin und Donald Trump symbolisch dabei dar, wie sie Europa verschlingen. Ein dritter, bereits aus einem früheren Jahr stammender Wagen zeigt Patriarch Kirill in einer sexuell anzüglichen Haltung kniend vor einer Putin-Figur.

Die russische Justiz hat daraufhin ein Strafverfahren gegen Tilly in Abwesenheit eingeleitet. Die Vorwürfe lauten auf Verleumdung staatlicher Institutionen, Beleidigung religiöser Gefühle und Herabwürdigung Putins. Ein Moskauer Gericht vertagte die Verhandlung vorerst bis Ende Februar. Der Fall hat internationale Aufmerksamkeit erregt und Diskussionen über künstlerische Freiheit und politische Kritik entfacht.

Sowohl Düsseldorf als auch Mainz werden ihre Umzüge erst nach dem Start der Kölner Parade beginnen. Neben der Putin-Satire setzen sich die Wagen auch mit Themen wie dem Aufstieg der AfD und deren Annäherungsversuchen an Trump auseinander.

Trotz der juristischen Kontroversen um Tillys Werke finden die Karnevalsumzüge wie geplant statt. Während Köln seine ehrenamtlichen Kräfte ehrt, setzt Düsseldorf mit scharfer politischer Kommentierung auf Provokation. Wie das Verfahren gegen Tilly ausgehen wird, bleibt ungewiss – doch seine Wagen haben sich bereits einen festen Platz in den diesjährigen Feierlichkeiten gesichert.