NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Eine Gruppe von Menschen hölt ein Transparent mit der Aufschrift 'öffnet die Grenzen, rettet Leben, bekämpft Faschismus' vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.Johanna Krüger

NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau

Städte in Nordrhein-Westfalen gedenken zum vierten Jahrestag des Hanau-Anschlags

In zahlreichen Städten Nordrhein-Westfalens (NRW) haben Gedenkveranstaltungen an den vierten Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau erinnert – eine der schwersten rechtsterroristischen Taten Deutschlands der vergangenen Jahrzehnte. Hundertfache versammelten sich in Aachen, Köln und anderen Orten, um der Opfer zu gedenken und ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Am 19. Februar 2020 hatte ein rechtsextremer Attentäter in Hanau aus rassistischer Hass neun Menschen ermordet. Der Täter tötete zudem seine Mutter, bevor er sich selbst das Leben nahm. Zu den Opfern zählten Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Ein zehntes Opfer, Ibrahim Akkuş, erlag am 10. Januar 2026 seinen Verletzungen, ein weiteres starb im Januar 2023 an den langfristigen Folgen des Anschlags.

In Aachen nahmen rund 300 Menschen an einer Kundgebung und einem Marsch teil, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Die Studentin Selin Eroglu beteiligte sich, um sicherzustellen, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten, und um gegen Rassismus Stellung zu beziehen. Unterdessen zogen in Köln fast 1.000 Menschen durch die Stadt, um der Opfer zu gedenken.

Auch andere Städte hielten Gedenkveranstaltungen ab: In Bochum organisierte das Integrationsbüro eine Mahnwache im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel, und setzte damit bewusst einen Kontrast zwischen Lebensfreude und Tragödie. Essen und Düsseldorf boten Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsrunden an. Weitere Gedenkveranstaltungen sind in den kommenden Tagen geplant, darunter in Münster und Dortmund.

Die Veranstaltungen in ganz NRW haben Menschen zusammengebracht, um der Hanau-Opfer zu gedenken und sich gegen rechtsextreme Gewalt zu stellen. In den nächsten Tagen werden weitere Aktionen stattfinden, um die Betroffenen des Anschlags zu ehren.