Milliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke: Wer zahlt für die Baupleite?
Johanna KrügerMilliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke: Wer zahlt für die Baupleite?
Ein hochbrisanter Rechtsstreit um den gekündigten Bauvertrag für die neue Leverkusener Rheinbrücke ist in vollem Gange. In den Konflikt verwickelt sind die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und das Bauunternehmen Porr. Die insgesamt strittige Summe könnte – inklusive Zinsen und Zeszinsen – über eine Milliarde Euro betragen.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bestätigte, dass er der Vertragsauflösung zugestimmt habe, um den Brückenbau zu beschleunigen. Als Begründung führte er systemische Mängel sowie fehlerhafte Stahlbauteile an, die aus China bezogen worden seien. Der Fall wird nun vor dem Landgericht Köln verhandelt.
Die Bundesregierung fordert von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Das Unternehmen wiederum verlangt mehr als 200 Millionen Euro für bereits erbrachte Leistungen und ausstehende Zahlungen. Für den 16. Oktober ist ein Güte- und Verhandlungstermin angesetzt, um die Forderungen zu prüfen.
Das Projekt der neuen Rheinbrücke umfasst zwei parallele Brückenbauwerke. Die erste ist bereits in Betrieb, während die zweite noch im Bau ist. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, die Montage der Pylone ist für September 2026 geplant. Die Fertigstellung des gesamten Projekts wird für Mitte 2028 erwartet.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) betonte, das Land erwarte keine negativen Folgen durch das Urteil. Der Prozess wird klären, wer die finanziellen Verantwortung für die Verzögerungen und Mängel trägt. Das Ergebnis könnte weitreichende Konsequenzen für alle Beteiligten haben.
