27 June 2026, 22:09

Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur der Versöhnung

Trauer in Solingen: Mevlude Genc ist im Alter von 79 Jahren verstorben

Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur der Versöhnung

Mevlüde Genç wurde nach einem verheerenden rechtsextremen Brandanschlag im Jahr 1993 zu einem Symbol für Widerstandskraft und Versöhnung. Bei dem Feuer verlor sie fünf Familienmitglieder, doch sie widmete ihr weiteres Leben dem Kampf gegen Rassismus und der Förderung des Zusammenhalts. Für ihr Engagement erhielt sie weitreichende Anerkennung, darunter die höchste zivile Auszeichnung Deutschlands.

Am 29. Mai 1993 kamen bei einem rechtsextremen Brandanschlag fünf Mitglieder der Familie Genç ums Leben. Die fünf Täter wurden später wegen Mordes zu Haftstrafen von 15 und 10 Jahren verurteilt. Mevlüde Genç überlebte, doch ihr Sohn Bekir erlitt schwere Verbrennungen, unter deren Folgen er noch heute leidet.

Trotz des schrecklichen Verlusts entschied sie sich für den Weg der Versöhnung. 1996 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihren Einsatz gegen Rassismus. Der damalige Bundespräsident Johannes Rau würdigte das Engagement der Familie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Später nahm sie die deutsche Staatsbürgerschaft an und festigte so ihre Rolle in der Gesellschaft.

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Politiker und Persönlichkeiten der Öffentlichkeit schätzen seit Langem ihre Stärke. Armin Laschet nannte sie einst „die beeindruckendste Frau, der ich je begegnet bin“. Sebastian Haug beschrieb sie als Botschafterin der Toleranz und des sozialen Zusammenhalts. 2018 ehrte Nordrhein-Westfalen sie mit der Einführung der Mevlüde-Genç-Medaille.

Mevlüde Genç’ Vermächtnis lebt durch ihr Engagement und die nach ihr benannten Auszeichnungen weiter. Ihre Geschichte bleibt eine eindringliche Mahnung vor den Folgen von Hass – und eine kraftvolle Erinnerung an die Stärke der Vergebung. Die Medaille und ihre Lebensleistung inspirieren weiterhin die Bemühungen um ein friedliches Miteinander.

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