Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport
Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport
In den vergangenen Monaten sind mehrere prägende Persönlichkeiten aus Mainz und Rheinland-Pfalz verstorben. Ihr Wirken erstreckte sich über Politik, Kultur, Sport und Gesundheitswesen und hinterlässt in der Region eine nachhaltige Spur.
Unter ihnen waren langjährige Amtsträger, engagierte Ehrenamtliche und angesehene Fachleute, deren Arbeit über Jahrzehnte hinweg das lokale Gemeinschaftsleben prägte.
In der Politik verlor die Region mit Bernhard Vogel eine Schlüsselfigur der deutschen Politik. Der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, der das Amt zwölf Jahre lang innehatte, starb im Alter von 92 Jahren. Später führte er von 1992 bis 2003 auch Thüringen. Ein weiterer Verlust war Herbert Mertin, der FDP-Justizminister des Landes, der mit 66 Jahren verstarb – er hatte das Amt seit 2016 bekleidet.
Auch die Kunst- und Karnevalsszene trauert um bedeutende Persönlichkeiten. Dieter Wenger, der langjährige Chef-Wagenbauer des Mainzer Karnevalsvereins, starb mit 84 Jahren. Über sechs Jahrzehnte hinweg entwarf er die aufwendigen Motivwagen für den berühmten Rosenmontagszug. Elisabeth Klöver, Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb mit 85 Jahren – sie hatte Generationen von Tänzerinnen ausgebildet und die Karnevalstraditionen in Mainz maßgeblich geprägt.
Im Sport hinterlassen zwei Persönlichkeiten, die mit dem 1. FSV Mainz 05 verbunden waren, eine Lücke. Sigurd Spielmann, Ehrenmitglied des Vereins, starb mit 90 Jahren nach 70 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit. Der ehemalige Torhüter Holger Bernhardt, der in den 1990er-Jahren acht Zweitligaspiele bestritt, kam bei einem Verkehrsunfall in Basel im Alter von 52 Jahren ums Leben.
Das Gesundheitswesen verlor mit Dr. Thomas Flohr einen engagierten Onkologen. Der 57-jährige Arzt arbeitete im Hämatologisch-Onkologischen Medizinischen Versorgungszentrum Mainz und gab vielen Krebspatienten Hoffnung. Marita Boos-Waidosch, die langjährige Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, verstarb nach jahrzehntelangem Einsatz für Barrierefreiheit und Inklusion – von 1993 bis 2018 setzte sie sich unermüdlich für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein.
Auch Journalismus und Kultur müssen schwere Verluste verkraften. Ekkehardt Gahntz, ein renommierter ZDF-Nachrichtenjournalist, starb mit 79 Jahren. Über 25 Jahre prägte er das Programm des Senders mit. Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön, verstarb unerwartet – er hatte zahlreiche Kooperationen zwischen Mainz und Wiesbaden organisiert. Barbara Rupp, Mitgründerin und langjährige Vorsitzende des Fördervereins Unterhaus, starb im Alter von 83 Jahren; von 1983 bis 2008 lenkte sie die Geschicke der Kultureinrichtung.
Ihr Tod markiert das Ende von Karrieren, die Institutionen in der gesamten Region geprägt haben. Ob in Politik, Gesundheitswesen, Karneval oder Fußball – ihr Wirken berührte unzählige Menschen.
Ihr Erbe lebt weiter in den Organisationen, die sie unterstützten, den Traditionen, die sie bewahrten, und den Gemeinschaften, denen sie dienten.
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