Langzeitarbeitslose kämpfen trotz Bürgergeld um Rückkehr in den Jobmarkt
Luisa KleinFür fast jeden Zweiten ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Langzeitarbeitslose kämpfen trotz Bürgergeld um Rückkehr in den Jobmarkt
Eine neue Umfrage der Bertelsmann Stiftung offenbart anhaltende Herausforderungen für Langzeitarbeitslose in Deutschland. Zwischen April und Juni 2025 berichteten über 1.000 Menschen im Alter von 25 bis 50 Jahren, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld beziehen, von ihren Erfahrungen. Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem der Bundestag das Sozialsystem mit strengeren Regeln ab Mitte 2026 reformieren will.
Die Studie ergab, dass 47 Prozent der Befragten keinen Nutzen aus den Besuchen beim Jobcenter zogen. Dennoch bewerteten viele die Mitarbeiter als kompetent und hilfsbereit. Der Bericht warnte jedoch, dass eine hohe Zufriedenheit nicht automatisch zu besseren Jobchancen führt.
Fast die Hälfte der Teilnehmenden – 46 Prozent – sah sich mit mehreren Hindernissen auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt konfrontiert, darunter gesundheitliche Probleme oder fehlende Qualifikationen. Seit das Bürgergeld 2023 das Hartz-IV-System ablöste, liegen die Beschäftigungsquoten unter den Empfängern weiterhin niedrig, bei nur 5 bis 10 Prozent pro Jahr. Offizielle Zahlen zeigen stabile oder sogar rückläufige Vermittlungsquoten, obwohl die Fallzahlen bis 2026 auf über fünf Millionen stiegen.
Die Umfrage empfiehlt mehr Coachings, Qualifizierungsmaßnahmen und direkte Jobangebote, um die Arbeitsmarkthürden abzubauen. Zudem sollten Jobcenter stärker auf eigenständige Stellensuchen setzen und gezielter diejenigen unterstützen, die keine größeren Hindernisse haben. Diese Vorschläge decken sich mit der anstehenden Sozialreform, die ab dem 1. Juli 2026 schärfere Sanktionen bei Pflichtverstößen vorsieht.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine Kluft zwischen der Unterstützung durch die Jobcenter und den tatsächlichen Erfolgen für Langzeitarbeitslose. Mit dem neuen System, das strengere Regeln vorsieht, rückt der Fokus auf gezieltere Maßnahmen. Die Reform zielt darauf ab, die Beschäftigungsquote zu erhöhen – doch der Erfolg wird davon abhängen, wie effektiv die Jobcenter ihre Strategien anpassen.






