Kunstakademie Düsseldorf hält umstrittene Veranstaltung trotz Antisemitismus-Vorwürfen ab

Julian Lang
Julian Lang
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Eine Wand mit den Worten "free palestine" in schwarzer Graffiti-Schrift, beleuchtet von einem Licht oben.Julian Lang

Palästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält umstrittene Veranstaltung trotz Antisemitismus-Vorwürfen ab

Die Kunstakademie Düsseldorf steht in der Kritik, weil sie eine Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif trotz Forderungen nach Absage durchführt. Jüdische Organisationen hatten Bedenken wegen ihrer Social-Media-Beiträge geäußert, in denen sie nach deren Ansicht Terrorismus verherrliche und antisemitismus verbreite. Trotz des Drucks hat sich die Akademie entschieden, die Veranstaltung heute wie geplant stattfinden zu lassen.

Ausgelöst wurde die Debatte, als jüdische Gruppen die Absage von al-Sharifs Auftritt forderten. Sie verwiesen auf ihre Online-Aktivitäten, die ihrer Meinung nach antisemitismus sowie Unterstützung für Gewalt gegen Israel enthielten. Die Akademie reagierte mit der Betonung ihrer Verpflichtung zur künstlerischen Freiheit, machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass antisemitismus und die Rechtfertigung von Terrorismus nicht toleriert würden.

Veranstalter der Diskussion ist Students for Justice in Palestine (SJP), eine pro-palästinensische Studentengruppe, die an Hochschulen in Deutschland und Europa aktiv ist. Vertreter der Akademie trafen sich mit den Organisatoren, um Rahmenbedingungen für die Veranstaltungen in der nähe festzulegen und sicherzustellen, dass sie in einem angemessenen Kontext stattfindet. Ein von Studierenden geleitetes Moderationsteam wird die Veranstaltungen heute begleiten, um eine respektvolle Atmosphäre zu gewährleisten.

Mit ihrer Entscheidung hält die Akademie zwar am Termin fest, hat jedoch zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Die Diskussionen werden nun strukturiert moderiert und in einen erklärenden Kontext eingebettet. Damit versucht die Institution, den Spagat zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz vor Hassrede oder Aufstachelung zu schaffen.