Krefelds Oberbürgermeister kontert Merz’ Kritik an städtischen Problemen und Migration

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein Stadtbild mit Gebäuden, Bäumen, Polen, Straßen, Fahrzeugen und einem Himmel.Luisa Klein

Krefelds Bürgermeister kritisiert Merz und fordert mehr Geld - Krefelds Oberbürgermeister kontert Merz’ Kritik an städtischen Problemen und Migration

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer hat Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen jüngste Äußerungen zur 'städtischen Landschaft' Deutschlands scharf kritisiert. Die im Oktober 2025 in Potsdam getätigten Bemerkungen lösten eine Debatte aus, nachdem Kritiker Merz vorwarfen, indirekt Migranten anzuprangern, ohne konkrete Gruppen zu benennen.

Meyer argumentierte, die Erklärungen des Kanzlers blieben unzureichend und gingen an den eigentlichen Problemen heutiger Städte vorbei.

Merz hatte zunächst behauptet, die Bundesregierung korrigiere Fehler vergangener Migration und ermöglichte Abschiebungen, um städtische Missstände zu bekämpfen. Später präzisierte er, die Sorgen beträfen vor allem Migranten ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus, Arbeit oder Einhaltung deutscher Regeln.

Meyer wies diese Darstellung als ungenügend zurück. Statt sich mit realen Herausforderungen wie Vermüllung, maroder Infrastruktur oder unterfinanzierten öffentlichen Dienstleistungen auseinanderzusetzen, stigmatisiere Merz Minderheiten, so der Vorwurf. Der Oberbürgermeister verwies darauf, dass Abfall in benachteiligten Vierteln oft kurz nach dem Durchzug der Reinigungskräfte erneut auftauche.

Über das Thema Sauberkeit hinaus benannte Meyer tiefgreifendere soziale Probleme in bestimmten Stadtteilen: Obdachlosigkeit, psychische Erkrankungen und aggressives Betteln. Zudem betonte er die finanzielle Überlastung großer Städte, die zu schlechter Straßenbeleuchtung, Leerstand in Geschäften und verfallenden Einrichtungen führe. Laut Meyer sei eine angemessene Finanzierung der Kommunen entscheidend, um diese Missstände wirksam zu bekämpfen.

Der Streit entstand nach Merz’ vager Andeutung eines 'Problems im Stadtbild', die Kritiker:innen mit migrantischen Communities und Sicherheitsbedenken von Frauen in Verbindung brachten. Seitdem haben Proteste und die öffentliche Debatte an Fahrt aufgenommen. Meyers Stellungnahme unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Lösungen statt pauschaler Aussagen über städtischen Verfall.