KI-Kameras in Bonner Sporthallen: Datenschutz stoppt Pilotprojekt vor dem Start
Johanna KrügerKI-Kameras in Bonner Sporthallen: Datenschutz stoppt Pilotprojekt vor dem Start
Bonn testet KI-gestützte Kameras in Sporthallen – Datenschutzbedenken bremsen Pilotprojekt aus
Die Stadt Bonn hat in zwei Sporthallen Kameras installiert, um die Nutzung mithilfe künstlicher Intelligenz zu erfassen. Das System, das bereits im Stadtteil Beuel aktiv ist, zählt Sportler:innen, ohne Bilder oder Videos aufzuzeichnen. Doch Kritik von örtlichen Vereinen stellt das Vorhaben infrage.
Ab dem 14. Oktober 2025 sollen die neuen Kameras die Auslastung der Hallen überwachen. Die niedrig auflösenden Sensoren – mit nur 160 x 90 Pixeln – erkennen Bewegungen, filmen aber keine Personen. Stattdessen analysiert eine KI die Daten, um zu zeigen, wann Bereiche stark frequentiert oder leer sind.
Der Sportverein Rot-Weiß Röttgen hat jedoch Zweifel an der Sicherheit des Systems geäußert. Die Mitglieder wurden über die Überwachung informiert, der Verein hofft nun, dass die Stadt das Pilotprojekt aufgibt. Bis auf Weiteres bleiben die Kameras abgeschaltet, während die Diskussionen andauern.
Um Bedenken zu zerstreuen, plant Bonn einen Informationsbrief, der die Funktionsweise der Technologie erklärt. Ein Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem Verein ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Ziel des Systems ist es, die Hallennutzung zu optimieren – doch es stößt auf Widerstand bei den Nutzer:innen. Sollte das Pilotprojekt fortgeführt werden, wird es auf anonymisierte Daten statt auf Aufnahmen setzen. Ob es wie geplant startet, hängt davon ab, ob die Bedenken bis zum Stichtag ausgeräumt werden können.






