Kerstinghaus in Solingen: Bürger fordern transparente Zukunftsplanung statt Leerstand

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein altes Buch mit einer Zeichnung des Königlichen Hermwerk Berlin-Baklberg, das detaillierte Pläne und Texte zum Gebäudeaufbau enthält.Johanna Krüger

Kerstinghaus in Solingen: Bürger fordern transparente Zukunftsplanung statt Leerstand

Die Zukunft des Kerstinghauses in Solingen bleibt ungewiss – ein offizielles Beteiligungsverfahren steht noch aus. Stand Januar 2026 diskutieren die lokalen Behörden zwar Formate wie Workshops oder Online-Konsultationen, konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht. Aufgrund seiner prominenten Lage am Graf-Wilhelm-Platz kommt dem Gebäude eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung der Innenstadt zu.

Das Bündnis Bürger für Solingen (BfS) fordert einen transparenten und inklusiven Prozess zur Entscheidung über die Zukunft des Kerstinghauses. Jan Michael Lange, Fraktionsvorsitzender der BfS, warnt vor den hohen Kosten eines weiteren Leerstands und betont die Notwendigkeit zügiger, aber bedachter Schritte. Öffentliche Beteiligung müsse gut organisiert und ausgewertet werden – etwa durch Bürgerworkshops, digitale Tools oder ein eigenes Ideenlabor.

Die BfS lehnt es ab, dass Entscheidungen hinter verschlossenen Türen oder entlang von Parteigrenzen getroffen werden. Daniela Winter, Stadträtin und Bezirksvertreterin, unterstreicht die Bedeutung der Einbindung von Anwohnern, Unternehmen, Jugendlichen und lokalen Initiativen. Ihr Input könne Fehler vermeiden, Akzeptanz schaffen und eine nachhaltige Langzeitlösung für das Gebäude ermöglichen.

Das Bündnis spricht sich zudem gegen eine Beschränkung auf einzelne Nutzungsformen – wie etwa ein Jugendcafé – aus. Stattdessen fordert es eine breite Bürgerbeteiligung, bevor ein finales Konzept festgelegt wird. Ziel ist es, das Kerstinghaus langfristig als Bereicherung für die Solinger Innenstadt zu etablieren.

Aktuell bleibt die Zukunft des Hauses offen, ein verbindliches Beteiligungsverfahren steht noch aus. Während die Stadtverwaltung weiterhin nach geeigneten Partizipationsformen sucht, drängt die BfS auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Bürgerschaft. Die Entscheidung wird die städtebauliche Entwicklung Solingens auf Jahre prägen.