Kerendia-Studie beflügelt Aktien trotz Roundup-Klagen und Milliardenverlusten
Johanna KrügerKerendia-Studie beflügelt Aktien trotz Roundup-Klagen und Milliardenverlusten
Die Aktien des Pharmakonzerns stiegen nach positiven Ergebnissen einer klinischen Studie für das Medikament Kerendia um 4,71 % auf 40,25 Euro. Damit setzt sich ein jüngster Aufwärtstrend fort – trotz anhaltender rechtlicher Herausforderungen in den USA im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup.
Die Pharmasparte des Unternehmens sorgt inmitten finanzieller Turbulenzen für dringend benötigten Auftrieb. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro. Die rechtlichen Auseinandersetzungen um fehlende Krebswarnungen bei Roundup sind weiterhin ungelöst; Anleger verfolgen die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit.
Kerendia (Wirkstoff: Finerenon) zeigt nun auch jenseits seiner bisherigen Zulassungen vielversprechende Ergebnisse. In der FIND-CKD-Studie der Phase III erreichte das Präparat seinen primären Endpunkt bei über 1.500 Erwachsenen mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung (CKD). Die Patienten erhielten entweder 10 mg oder 20 mg, wobei die Dosierung anhand des Serumkaliumspiegels und der Nierenfunktion angepasst wurde. An der Studie nahmen auch Personen mit Bluthochdruck oder chronischer Glomerulonephritis teil – sowohl Wirksamkeit als auch Verträglichkeit wurden bestätigt.
Dieser jüngste Erfolg könnte den Markt für Kerendia deutlich erweitern. Bisher ist das Medikament nur für CKD in Verbindung mit Typ-2-Diabetes sowie bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion zugelassen. Eine breitere Zulassung würde die Zahl der behandelbaren Patienten deutlich erhöhen.
Die finanzielle Zukunft des Unternehmens hängt zudem von einer anstehenden Entscheidung des US-Supreme Court ab. Die mündliche Verhandlung im Roundup-Fall ist für den 1. April 2026 angesetzt, mit einem Urteil bis Mitte Juni zu rechnen. Ein günstiges Ergebnis könnte die rechtlichen Belastungen verringern und die Bilanz entlasten. Zudem würde es die Pläne stützen, in den nächsten zehn Jahren zehn umsatzstarke Medikamente auf den Markt zu bringen.
Die positiven Studienergebnisse zu Kerendia haben den Aktienkurs beflügelt und bieten einen der wenigen Lichtblicke inmitten finanzieller und rechtlicher Schwierigkeiten. Sollte der Supreme Court zugunsten des Unternehmens entscheiden, könnte dies den Weg für eine stabilere Finanzlage und eine Welle neuer Medikamenteneinführungen in den kommenden Jahren ebnen.






