Industrie im Niederrhein bricht ein: Umsätze stürzen um fast zehn Prozent ab
Johanna KrügerIndustrie im Niederrhein bricht ein: Umsätze stürzen um fast zehn Prozent ab
Industrieunternehmen im Zentralen Niederrhein verzeichneten im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang. Die Gesamterlöse sanken um 9,9 Prozent – ein stärkerer Einbruch als im Landesdurchschnitt, der bei 3,1 Prozent lag. Viele Schlüsselbranchen kämpften mit Absatzproblemen, nur wenige konnten Verluste vermeiden.
Am stärksten betroffen war die chemische Industrie, die ein Minus von 17,0 Prozent beim Umsatz hinnehmen musste. Auch exportorientierte Unternehmen der Region verzeichneten einen Rückgang um 11,0 Prozent. Die Inlandsumsätze entwickelten sich kaum besser und schrumpften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent.
Besonders dramatisch fiel der Einbruch im Maschinenbau aus: Hier brachen die Erlöse um 20,8 Prozent ein. Es folgte die Nahrungs- und Genussmittelbranche mit einem Rückgang von 11,9 Prozent. Selbst der sonst oft widerstandsfähigere Kreis Viersen verbuchte ein Minus von 5,0 Prozent.
Einziger Lichtblick war die Metallerzeugung und -verarbeitung, die als einzige Branche ein leichtes Umsatzplus von 1,0 Prozent erzielte und damit dem allgemeinen Abwärtstrend trotzte.
Angesichts dieser Zahlen forderte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK, verstärkte Anstrengungen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Sein Appell erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung der Region im Vergleich zum gesamtstaatlichen Trend.
Das erste Quartal 2026 hat die Industrie im Zentralen Niederrhein in eine schwierige Lage gebracht. Da die meisten Branchen deutliche Verluste melden, bleibt die wirtschaftliche Perspektive der Region ungewiss. Lediglich die Metallbranche konnte zulegen – ein Zeichen für die ungleiche Betroffenheit der verschiedenen Sektoren.






