Henkel kauft Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar – Rettung für die angeschlagene Kultmarke
Lina KochHenkel kauft Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar – Rettung für die angeschlagene Kultmarke
Deutscher Konsumgigant Henkel übernimmt US-Haarpflegemarke Olaplex für rund 1,4 Milliarden Dollar
Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel hat sich auf den Kauf des US-amerikanischen Haarpflegeherstellers Olaplex für etwa 1,4 Milliarden Dollar geeinigt. Die diese Woche bekannt gegebene Übernahme markiert einen bedeutenden Wendepunkt für Olaplex nach Jahren rückläufiger Umsätze und Kursverluste. Die Aktionäre haben dem Verkauf bereits zugestimmt, wobei der Private-Equity-Investor Advent International – ehemaliger Eigentümer von Olaplex – die Transaktion federführend begleitet.
Nach Bekanntwerden der Nachricht stieg der Aktienkurs von Olaplex im vorbörslichen Handel um fast 50 Prozent.
Olaplex hatte 2014 mit seiner innovativen Haarreparatur-Technologie auf Basis von Bindungsaufbau Furore gemacht und sich schnell als Marktführer etabliert. Doch in den vergangenen drei Jahren verschärfte sich der Wettbewerb deutlich, was die Umsätze von 458 Millionen Dollar im Jahr 2023 auf 423 Millionen Dollar (rund 370 Millionen Euro) im Jahr 2025 sinken ließ. Auch die Gewinne brachen ein: Aus einem Nettoergebnis von 61,5 Millionen Dollar im Jahr 2023 wurde bis 2025 ein Verlust von 9,2 Millionen Dollar.
Die Schwierigkeiten des Unternehmens spiegelten sich im Aktienkurs wider, der seit dem Börsengang um über 90 Prozent von fast 30 Dollar auf nur noch 1,33 Dollar bis März 2026 abstürzte. Vor Henkels Angebot lag die Marktkapitalisierung von Olaplex bei 890 Millionen Dollar.
Henkels Angebot bewertet Olaplex mit 2,06 Dollar pro Aktie – ein Aufschlag von 55 Prozent auf den Schlusskurs vom 25. März und 45 Prozent über dem 30-Tage-Durchschnitt. Das Unternehmen plant, das globale Vertriebsnetz von Henkel zu nutzen, um die Reichweite von Olaplex auszubauen. Trotz der Übernahme behält die Marke ihren Namen und bleibt eigenständig operativ tätig.
Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen. Alle notwendigen Unterschriften wurden bereits geleistet, und Advent International hat die Unterstützung der Aktionäre für den Verkauf bestätigt.
Die Übernahme kommt für Olaplex wie ein finanzieller Rettungsanker nach Jahren schwacher Geschäftsentwicklung. Henkel sichert sich damit eine etablierte Marke mit starker Technologie, während Olaplex von der globalen Vertriebsplattform profitieren wird. Der Abschluss des Deals steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Aufsichtsbehörden.






