Glätteis in NRW: Schulen bleiben zu – Streit über Sicherheit und chaotische Kommunikation

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Klassenzimmer in Nigeria mit Schülerinnen und Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken und Stehplätzen sitzen, mit Büchern und Gegenständen auf den Tischen, Fenstern, einer Tür und Deckenleuchten und -ventilatoren im Hintergrund.Johanna Krüger

Glätteis in NRW: Schulen bleiben zu – Streit über Sicherheit und chaotische Kommunikation

Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen sagen Präsenzunterricht wegen Glätte ab – Debatte über Sicherheit und Kommunikation

An Schulen in Nordrhein-Westfalen fiel am Montag wegen glätteisbedingter Straßenverhältnisse der Präsenzunterricht aus. Die Entscheidung löste eine kontroverse Diskussion unter Politikern, Lehrkräften und Eltern über Sicherheitsvorkehrungen und Verzögerungen bei der Kommunikation aus. Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) verteidigte das Vorgehen, während Kritiker die Notwendigkeit und den Zeitpunkt infrage stellten.

Die Landesregierung hatte die Schließungen erst am späten Sonntagabend bekannt gegeben – nach dringenden Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Ministerin Feller betonte, der Schutz der Schülerinnen und Schüler stehe an erster Stelle, und rechtfertigte damit den Wechsel zum Distanzunterricht.

Die SPD unterstützte Fellers Entscheidung und bezeichnete sie als verantwortungsvollen Schritt zum Schutz der Kinder. Gleichzeitig kritisierte die Partei die kurzfristige Ankündigung und fragte, warum nicht früher gewarnt worden sei. Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP in NRW, hielt die flächendeckenden Schulschließungen für überzogen. Er schlug vor, stattdessen den Unterrichtsbeginn zu verschieben oder die Teilnahme freiwillig zu gestalten, anstatt komplett auf Distanzunterricht umzustellen. Die FDP wirft deutschen Schulen vor, sie würden zu schnell geschlossen, selbst wenn Sicherheitsrisiken anders händelbar wären. Der Landeselternverband der Grundschulen teilte die Verärgerung über die fehlende Vorlaufzeit: Viele Eltern hatten kaum Zeit, eine Kinderbetreuung zu organisieren oder sich auf den Digitalunterricht vorzubereiten. Unterdessen wies die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf Unterschiede bei der Umsetzung des Onlineunterrichts hin. Zahlreiche Lehrkräfte hätten demnach kaum Handlungsanweisungen erhalten, was zu Verwirrung über die Gestaltung des Unterrichts und die Unterstützung der Schüler führte.

Die plötzlichen Schulschließungen brachten Familien und Pädagogen in Hektik. Zwar stand die Sorge um die Sicherheit im Vordergrund, doch dreht sich die Debatte nun darum, wie die Kommunikation verbessert und weniger einschneidende Alternativen gefunden werden können. Vor weiteren wetterbedingten Unterbrechungen könnten die Verantwortlichen die bestehenden Abläufe überprüfen.