Gladbachs Kita-Krise spitzt sich trotz sinkender Geburten zu – Eltern drohen mit Klagen

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Plakat mit Text, der für das American Rescue Plan wirbt, um die Kinderarmut in den USA zu reduzieren, mit einem Bild einer Gruppe von Menschen.Johanna Krüger

Gladbachs Kita-Krise spitzt sich trotz sinkender Geburten zu – Eltern drohen mit Klagen

Borussia Mönchengladbach kämpft trotz sinkender Geburtenraten mit anhaltender Kita-Krise

In Borussia Mönchengladbach verschärft sich die Betreuungsnot – obwohl die Geburtenzahlen zurückgehen. Die Stadt verfügt aktuell über weniger Kita-Plätze als im Vorjahr, viele Familien finden kaum noch freie Kapazitäten. Die Behörden warnen vor möglichen Klagen, da einige Einrichtungen wegen Personalmangels ihre Öffnungszeiten kürzen oder vorübergehend schließen müssen.

Laut aktuellen Zahlen fehlen 100 Plätze für Kinder über drei Jahren und 116 für unter Zweijährige. Für das kommende Kindergartenjahr stehen nur noch 4.221 Plätze zur Verfügung – 45 weniger als ursprünglich geplant. Gründe für den Rückgang sind verzögerte Neubauten sowie Kapazitätsreduzierungen in bestehenden Einrichtungen, um die Betreuungsqualität zu verbessern.

Drei neue Kitas befinden sich noch im Bau, darunter die am weitesten fortgeschrittene in der Schulstraße in Sand, die nun im September eröffnet werden soll – mit 18 Monaten Verspätung. Vier Notlösungen wurden genehmigt, doch auch hier gibt es erhebliche Verzögerungen. Trotz dieser Bemühungen kann der Ausbau mit der Nachfrage nicht Schritt halten.

Stand Juni 2025 waren in der Stadt 5.762 Kinder unter sechs Jahren gemeldet – 649 weniger als für 2026 prognostiziert. Zwar entlastet der Geburtenrückgang die Situation leicht, doch die Verwaltung räumt ein, dass die Lage weiterhin kritisch bleibt. Eltern, deren Kinder abgewiesen werden, könnten rechtliche Schritte einleiten, insbesondere da Personalengpässe einige Kitas zu kürzeren Öffnungszeiten oder temporären Schließungen zwingen.

Die Stadt konzentriert sich nun darauf, die drei verzögerten Kita-Projekte fertigzustellen, bevor über weitere Erweiterungen nachgedacht wird. Mit weniger Plätzen als im Vorjahr steht das System unter enormem Druck. Die Gefahr von Klagen und anhaltenden Schließungen unterstreicht die Dringlichkeit, sowohl Personal- als auch Baustellenprobleme zu lösen.