Giftige Chemikalien aus Sonnencreme bei 92 % der Kinder im Urin nachgewiesen

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Plakat mit der Aufschrift "Eine Anleitung zur Detektion von Giften durch Medizinalchemie" mit einem zentralen Bild eines mit Flüssigkeit gefüllten Reagenzglases, umgeben von anderen Reagenzgläsern und Reagenzröhrchen.Johanna Krüger

Umweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Chemikalien aus Sonnencreme bei 92 % der Kinder im Urin nachgewiesen

In Deutschland wurden bei Kindern und Jugendlichen Spuren eines gefährlichen Chemikalienstoffs aus Sonnencremes im Urin nachgewiesen. Tests aus dem Jahr 2025 ergaben, dass 92 Prozent der jungen Teilnehmer Rückstände von MnHexP aufwiesen – ein giftiger Stoff, der in der EU bereits verboten ist. Der Fund löst Besorgnis über Verunreinigungen in Alltagsprodukten aus.

Erstmals aufgedeckt wurde das Problem 2024, als das Umweltbundesamt MnHexP in Urinproben nachwies. Untersuchungen führten die Quelle auf einen UV-Filter in bestimmten Sonnencremes zurück, in dem sich ein nicht zugelassener Weichmacher namens DnHexP zu dem schädlichen Abbauprodukt zersetzt hatte.

2025 zeigten weitere Tests eine flächendeckende Belastung unter Jugendlichen. Bei zwei Teilnehmern wurden besonders hohe Werte gemessen – 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter –, die über dem Sicherheitsreferenzwert der Behörde lagen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder und Jugendliche reproduktionstoxische Substanzen in Mengen aufnehmen, die die zulässigen Grenzwerte überschreiten.

Die EU hat inzwischen reagiert: Ab Januar 2027 treten verschärfte Vorschriften für DnHexP in Sonnencremes in Kraft, um das Kontaminationsrisiko zu verringern. Die Behörden betonen die Notwendigkeit strengerer Kontrollen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.

Der Nachweis von MnHexP im Urin junger Menschen unterstreicht die anhaltenden Risiken durch Chemikalienbelastung in Verbraucherprodukten. Mit den neuen EU-Beschränkungen stehen Hersteller vor strengeren Prüfungen, um sicherzustellen, dass Sonnencremes frei von schädlichen Verunreinigungen bleiben. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Gesundheitsrisiken für besonders schutzbedürftige Gruppen langfristig zu senken.