24 April 2026, 18:41

Gewalt am Arbeitsplatz: Wie Branchen gemeinsam gegen Aggressionen kämpfen

Eine Gruppe von Männern in blauen Hemden und gelben Helmen arbeitet an Maschinen, einer sprüht Wasser auf den Boden in einer Fabrik mit sichtbaren Rohren, Fenstern und Lampen.

Gewalt am Arbeitsplatz: Wie Branchen gemeinsam gegen Aggressionen kämpfen

Gewalt gegen Beschäftigte bleibt ein drängendes Problem in zahlreichen Berufen – von Schulen über Krankenhäuser bis hin zum Straßenbau. Am Dienstag, dem 8. Juli 2025, widmete sich das Präventionsnetzwerk #SicherImJob dieser Herausforderung im Rahmen einer Online-Veranstaltung unter dem Titel "SAFE HOUR", die sich auf die fachübergreifende Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Problems konzentrierte.

Die Sitzung mit dem Thema "Netzwerkfokus: Chancen und Synergien der berufsübergreifenden Zusammenarbeit" brachte Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen. Ulrike Purz, Schulleiterin der Gesamtschule Buer-Mitte, schilderte die täglichen Bedrohungen und verbalen Angriffe in Schulen, die ein feindseliges Umfeld für Lehrkräfte schaffen. Sie betonte, wie Respektlosigkeit und Aggressionen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belasten und die Bildungsarbeit erschweren.

Dr. Norman Hecker, Chefarzt am Evangelischen Klinikum Gelsenkirchen, berichtete von ähnlichen Problemen im Gesundheitswesen. Teams in Notaufnahmen seien nicht nur verbalen Beleidigungen, sondern auch körperlichen Übergriffen ausgesetzt – eine zusätzliche Belastung zu ihrem ohnehin hohen Arbeitsaufkommen. Die psychische und physische Belastung des Personals habe besorgniserregende Ausmaße angenommen.

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Auch im Straßenbau kommt es regelmäßig zu Konflikten, wie Dr. Sascha Kaiser von Strassen.NRW erläuterte. Streitigkeiten entstehen häufig bei Vegetationsarbeiten oder der Absicherung von Baustellen, wobei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefährdet werden. Christian Bredau von der Kriminalpräventiven Beratungsstelle der Polizei Gelsenkirchen bestätigte, dass Gewalt viele Branchen betrifft – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

Gelsenkirchen hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Zusammenarbeit zwischen Institutionen zu verbessern. Der städtische "Runde Tisch Gewaltprävention" für Schulen und abgestimmte Reaktionsstrategien helfen, Vorfälle effektiver zu bewältigen. Die Teilnehmenden waren sich einig: Nachhaltige Prävention erfordert gemeinsame Anstrengungen, wobei die fachübergreifende Teamarbeit entscheidend ist, um Beschäftigte zu schützen.

Die Veranstaltungsreihe "SAFE HOUR" wird fortgesetzt; weitere Termine sind unter www.safeatwork.nrw abrufbar. Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit im Kampf gegen Gewalt am Arbeitsplatz. Durch den Austausch von Erfahrungen und Strategien wollen Fachleute sicherere Arbeitsumfelder in Bildung, Gesundheitswesen und öffentlichem Dienst schaffen. Weitere Diskussionen und Initiativen sind geplant, um diese Grundlagen auszubauen.

Quelle